Kehrmaschine 2011

2020 -

2019

Die berlinweite Einführung der Pflicht-Biotonne erfolgt zum 1. April 2019; mit der 2019 erfolgten Novellierung des Berliner Wassergesetzes (BWG) ist die Zuständigkeit der BSR für die Reinigung der unteren Teile der Straßenabläufe der öffentlichen Straßen einschließlich aller Einbauten zum Stoffrückhalt (Gullys) nun gesetzlich definiert worden; zum Bilanzstichtag beschäftigten die BSR insgesamt 5.834 (Vj. 5.551) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten); Frau Stephanie Otto ist mit Wirkung zum 1.10.2019 in den Vorstand berufen und zur Vorstandsvorsitzenden bestellt worden;

2018

Frau Dr. Tanja Wielgoß hat ihr Amt als Vorstandsvorsitzende und Vorstand der BSR mit Wirkung zum 31.12.2018 niedergelegt; das 2016 mit zwölf Parks gestartete Pilotprojekt wird ausgeweitet und umfasst seit Sommer 2018 insgesamt nun 47 Parks, Grünflächen und Spielplätze sowie drei Forstgebiete; die stadtweite Einführung der Biotonne erfolgte zum 1. April 2019; zum 1. August 2018 wird eine Kompostierungs- und Vergärungsanlage nahe der Berliner Stadtgrenze erworben, die in Hennickendorf im Landkreis Märkisch-Oderland liegenden Anlagen erweitern die Kapazitäten um jährlich 18.000 Tonnen für die Vergärung von Bioabfällen sowie um 69.600 Tonnen für die Kompostierung; 2018 wurde erstmals eine elektrische Kleinkehrmaschine auf die Berliner Gehwege geschickt, um auch sie ausgiebig auf ihre Alltagstauglichkeit zu testen, der E-Kehrer Electra 2.0 neo des italienischen Herstellers Tenax International wird gründlich erprobt; Ende 2018 gibt es insgesamt 113 Elektro-Ladestellen bei den BSR; der Umbau der Glaserfassung von einem Hol- zu einem Bringsystem erfolgt sukzessive, 2018 ist die Umstellung in ersten Pilotgebieten erfolgreich durchgeführt worden, der Abschluss des Umstellungsprozesses wird für Ende 2019 angestrebt; der Frauenanteil in Führungspositionen über die ersten drei Führungsebenen beträgt 2018 schon 40%;

2017

Frau Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, ist nun Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Personalausschusses (seit 31. Januar 2017); durch die Personalratswahlen verändert sich auch die Zusammensetzung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat; die neue Geschäftseinheit Gesundheitsmanagement wurde 2017 gegründet; Es fand eine ausführliche (78 Fragen) Mitarbeiterbefragung aller Beschäftigten der BSR-Gruppe, also gemeinsam mit den Frauen und Männern der Beteiligungen Berlin Recycling GmbH, BRAL Reststoff-Bearbeitungs GmbH, GBAV Gesellschaft für Boden- und Abfallverwertung mbH sowie Fuhrpark Business Service GmbH und MPS GmbH statt, die Rücklaufquote lag bei 50%; ab 1. Juni ist die BSR für 35 weitere Parks, Grünflächen oder Spielplätze sowie für zwei weitere Forstgebiete in Berlin zuständig, zunächst bis Ende 2019; die Reinigung des Geländes zur IGA Berlin (13. April bis 15. Oktober) übernahm die BSR, es waren bis zu neun Mitarbeiter täglich dort beschäftigt, denen zwei eigens für die IGA ausgestattete Elektro-Lastenfahrräder sowie zwei dreirädrige E-Roller, sogenannte E-Trikes zur Verfügung standen; das 50.Bestehen des MHKW Ruhleben wurde im September mit einem großen Tag der offenen Tür begangen; im Sommer 2017 wurden die Arbeiten für den Bau der Oberflächenabdeckung der Deponie Wernsdorf am südöstlichen Rand von Berlin abgeschlossen, dort sind auf einer Fläche von 25 Hektar rund 4,5 Millionen m³ Abfall abgelagert worden, insgesamt sind für Stilllegung, Boden- und Wassersanierung sowie die Oberflächenabdichtung 35 Millionen Euro von der BSR aufgewandt worden; von den 128 Pkw im BSR-Fuhrpark verfügten 2017 bereits rund 60 Prozent über alternative Öko-Antriebe; von den ~300 Abfallsammelfahrzeugen ist weiterhin die Hälfte mit klimafreundlichem Biogas unterwegs; zum Bilanzstichtag beschäftigten die BSR insgesamt 5.409 (Vj. 5.334) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten); im Herbst wurden erstmals 15 Frauen als Müllwerkerinnen eingestellt; bei der Reinigung arbeiten inzwischen über 300 Frauen als Reinigerinnen;

2016

Die BSR kümmern sich seit dem 1. Juni 2016 um die Sauberkeit in zwölf Berliner Parks, zunächst in einem Pilotprojekt bis Ende des Jahres 2017; die BSR betreibt seit August 2016 im Norden Berlins eine moderne Windkraftanlage, das 128 m hohe Windrad mit einer Flügelspannweite von 104 m produziert jährlich rund 5,9 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom, was ausreicht, um über 1.300 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang zu versorgen, die Anlage in direkter Nachbarschaft zur mechanisch-physikalischen Stabilisierungsanlage Pankow (MPS) betreiben die BSR gemeinsam mit dem Windparkentwickler Denker & Wulf AG;

2015

Herr Werner Kehren wird mit Wirkung zum 1.8.2015 zum neuen Vorstand Finanzen bestellt; Dr. Matthias Kollatz-Ahnen (Senator für Finanzen) ist ab 13.01.2015 Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Personalausschusses; das Pilotprojekt „Stadtraummanagement“ hat im April 2015 in Abstimmung mit dem Stadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf begonnen, die Maßnahme umfasst 12 definierte Grünflächenobjekte, die durch die BSR gereinigt werden, seit Juli 2015 kümmert sich die BSR um die Müllentsorgung im Forstrevier Teufelssee in einem Pilotprojekt bis Ende 2017; es beginnt die Erprobung der Eigenentwicklung der BSR: arc32, die „Tonne im Gestell“ (die Tonne wird um 32° geneigt und ist damit für Rollstuhlfahrer nutzbar); ab September kommen die neuen kugelrunden 200l-Papierkörbe „Bubble“ zum Einsatz; die im Jahr 2000 zwischen dem Land Berlin und den BSR geschlossene Zielvereinbarung ist am 31. Dezember 2015 ausgelaufen, im Rahmen der Zielvereinbarung verpflichteten sich die BSR für den Zeitraum 2000 bis 2015 zur Entwicklung und Umsetzung von fünf Effizienzsteigerungsprogrammen, mit diesen Effizienzsteigerungsprogrammen wurden Sach- und Personalkosten in Höhe von insgesamt 188,4 Mio. EUR eingespart, im Dezember 2015 konnten die BSR mit dem Land Berlin einen neuen Unternehmensvertrag (Laufzeit 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2030) abschließen; zum Bilanzstichtag beschäftigten die BSR insgesamt 5.227 (Vj 5.147) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten);

2014

Die Bestellung von Andreas Scholz-Fleischmann endete zum 31. Mai 2014, Martin Urban wurde mit Wirkung zum 1. Juni 2014 zum neuen Vorstand für Personal, Soziales und technische Dienstleistungen bestellt, zur neuen Vorstandsvorsitzenden wurde mit Wirkung zum 1. November 2014 Frau Dr. Wielgoß bestellt. Die vormalige Vorstandsvorsitzende Frau Gäde-Butzlaff scheidet zum 31. Dezember 2014 aus dem Unternehmen aus; zum 1. Januar 2014 mit Inkrafttreten der 19. StrReinV ist die Implementierung von zwei zusätzlichen Reinigungsklassen erfolgt, die neue Reinigungsklasse 1a wird für Straßen mit besonders starkem Reinigungsbedarf eingeführt, um dort gegebenenfalls mehr als eine tägliche Reinigung durchzuführen, die Reinigungsklasse 2a ermöglicht es den BSR, Geschäftsstraßen auch an Samstagen zu reinigen; in der innerbetrieblichen Kommunikation gibt es eine Umstellung: das Bündelfunknetz wird durch mobile Telefone ersetzt;

2013

Anfang Juni geht am Standort Ruhleben die neue Biogasanlage der BSR in Betrieb (ab Oktober Regelbetrieb), hier werden künftig pro Jahr rund 60.000 Tonnen Bioabfall aus den Berliner Haushalten zu Biogas aufbereitet, die Anlage arbeitet nach dem Prinzip des Trockenvergärungsverfahrens, dabei setzen Mikroorganismen aus dem Biogut Biogas frei, das Gas ist nach Aufbereitung chemisch nahezu identisch mit Erdgas und wird zum Betanken der gasbetriebenen Müllfahrzeuge genutzt. 150 davon – etwa die Hälfte der gesamten Müllfahrzeug-Flotte – sind auf den Straßen Berlins unterwegs; ab Januar 2013 steht Berlinern eine neue, einheitliche Sammeltonne, die einheitliche Wertstofftonne zur gemeinsamen Erfassung von Verpackungen und stoffgleichen Nichtverpackungen, zur Verfügung, sie ersetzt die Gelbe Tonne und die Orange Box, die Entsorgung erfolgt durch ALBA und die BSR je nach Anteil (BSR: 15% des Stadtgebietes); die Wertstofftonne ist entgeltfrei; die Berliner Gebühren für Müllabfuhr und Straßenreinigung zählen auch in der Tarifperiode 2013/2014 zu den niedrigsten vergleichbarer Großstädte; im September 2013 wurde mit ausführlichen Tests eines elektrischen Sperrmüllfahrzeugs begonnen; zum Bilanzstichtag beschäftigten die BSR insgesamt 5.106 (Vorjahr 5.085) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten);

 

2012

Dr. Ulrich Nußbaum ist mit Wirkung ab dem 17.01.2012 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der BSR bestellt worden; nach dem Ausscheiden von Dr. Lothar Kramm übernahm Michael Theis mit Wirkung zum 01.09.2012 das Amt des Vorstands Finanzen; in der Abfallentsorgung in Hochhäusern werden schrittweise die Müllabwurfanlagen durch Unterflursysteme (max. 5m³) ersetzt; auch die Papierkörbe werden „unterirdisch“ und bieten so ein größeres Fassungsvermögen; für die BSR-Kunden gibt es die kostenlose App zum Recycling und zum Verschenkemarkt; die "WUB" (Wertstoffunion Berlin), ein 2011 gemeinsam von Berlin Recycling (eine 100prozentige Tochter der Berliner Stadtreinigung) und der Firma REMONDIS gegründetes Unternehmen, hat in nur neun Monaten Bauzeit - zwischen Dezember 2011 und September 2012 - eine 4000 Quadratmeter große Halle und in ihr eine der modernsten Papiersortieranlagen Deutschlands errichtet, ca. 120.000 Tonnen Altpapier werden künftig jährlich im Zweischicht- Betrieb sortiert und teilweise verpresst;  es wurden die im Rahmen des Projekts „Ersatzinvestition“ (ERIN) im Jahr 2009 begonnenen Bauarbeiten zum Neubau einer Kessellinie am Standort des MHKW abgeschlossen, die neue Kessellinie ersetzt vier von insgesamt acht vorhandenen Kessellinien, zum Neubauvolumen zählten zudem Müllbunker, Kessel und Rauchgasreinigung sowie eine umfassende Erneuerung der Infrastruktur am Standort Ruhleben, parallel zur Außerbetriebnahme und Sicherung der vier alten Kessellinien sowie des Umschlusses auf die neue Kessellinie fanden eine umfassende Revision der verbleibenden vier Kessellinien sowie die vollständige Erneuerung der Schlackenkrananlage statt, nach erfolgreichem Abschluss des Probebetriebs wurde die neue Kessellinie im September 2012 durch die BSR abgenommen;

 

2011

2011 hat die BSR das weltweit erste Müllsammelfahrzeug mit Brennstoffzelle in Betrieb genommen, die Ladeanlage des Fahrzeugs bezieht ihre Energie komplett aus der Hightech-Zelle, ab Juni wird der gemeinsam mit dem niedersächsischen Fahrzeughersteller FAUN und dem Berliner Energiespeicher-Spezialisten Heliocentris entwickelte Prototyp von der BSR unter Alltagsbedingungen erprobt; Anfang 2011 hat die BSR eine Biomasseheizungsanlage am Standort Gradestraße installiert, die neue Heizung ersetzt eine alte Ölheizung und wird mit Hackschnitzeln aus naturbelassenem Holz aus der Region befeuert; es sind 5.251 Mitarbeiter beschäftigt; der Frauenanteil im Bereich Reinigung betrug 2009 nur 1%, 2011 waren es schon 6,4%; dem Modell der Gelben Tonne Plus (ALBA) ist eine gesetzliche Absage erteilt worden, in Bezug auf das Untersagungsverfahren gegen die Gelbe Tonne Plus hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wie auch schon zuvor das Verwaltungsgericht Berlin die behördliche Untersagung der Ausweitung der Gelben Tonne Plus im einstweiligen Rechtsschutzverfahren bestätigt; es wurden zahlreiche Umfeldreinigungen zu verschiedenen Anlässen wie beispielsweise dem Christopher Street Day im Juni, der Frauenfußball-WM im Juni und Juli und dem Besuch des Papstes im September vorgenommen;

2010

Die Meteorologen verzeichneten im Winter 2009/2010 die am längsten andauernde Frost- und Schneeperiode der letzten 30 Jahre, im Februar wurde in Berlin die höchste Schneemenge seit 1950 gemessen, bis zum Ende Februar lag der Schnee dauerhaft über fünf Zentimeter hoch; die diesem Jahrhundertwinter folgende Winterperiode 2010/2011 begann im Dezember ebenfalls mit lang andauerndem Frost und ergiebigen Schneefällen, teilweise wurden im Stadtgebiet Neuschneemengen von bis zu 80 Zentimeter gemessen; die BSR räumte allein im Dezember 2010 über 300.000 Kilometer Straßen, davon 80.000 Kilometer auf Nebenstraßen. die 450 Räum- und Streufahrzeuge waren dafür rund um die Uhr im Einsatz; die BSR hat bereits im Frühjahr 2009 einen Pilotversuch gestartet, um herauszufinden, wie sie noch mehr Wertstoffe getrennt erfassen und verwerten kann, dazu hat die BSR zunächst 6.000 Berliner Haushalten auf den Müllplätzen am Haus eine Wertstofftonne zur Verfügung gestellt, die sogenannte Orange Box, die orangen Tonnen dienen zur Entsorgung werthaltiger Abfälle wie Elektrokleingeräte (beispielsweise Handys, Radios oder Wecker), Kunststoffe (mit Ausnahme von Verpackungen), Spielzeuge, Metalle, Datenträger, Altholz und Alttextilien, die in diesen Produkten verarbeiteten Rohstoffe sind oft von hohem Wert und für die Wiederverwertung geeignet, aufgrund der positiven Zwischenbilanz hat die BSR die Tests im Juli 2010 ausgeweitet und zusätzliche 10.000 Müllplätze bei größeren Mehrfamilienhäusern mit der „Orange Box“ ausgestattet; am 8. Oktober wurde die Fertigstellung des 40 m hohen Bunker-Rohbaus für die neue „Ersatzlinie A“ in Ruhleben mit einem Richtfest gefeiert;

2010 - 2019

2009

Aufgrund des strengen Winters war der Winterdienst in 2009 sehr aufwändig und personalintensiv. Durch den effizienten und umweltschonenden Umgang mit Streu- und Auftaumitteln sorgen die BSR dafür, dass der öffentliche Straßen- und Personennahverkehr stets sicher und flüssig ablief. Wegen der winterlichen Witterungsbedingungen setzten die Grundstücksanlieger im Rahmen des Winterdienstes in 2009 überdurchschnittlich viel mineralisches Streugut ein; die Menge des zu entsorgenden Kehrichts hat sich dadurch im Vergleich zum Vorjahr um 17% erhöht; 2009 beschäftigte die BSR 5.098 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten);

2008

Am 10.Juni wir der Verein Saubere Zeiten e.V. gegründet; zum Vorsitzenden wird Gustav Opitz gewählt. Die Sperrmüllaufbereitungsanlage am Standort Gradestraße geht im Januar in Betrieb. Mit moderner Zerkleinerungstechnik werden pro Jahr 50.000 Tonnen Sperrmüll zu Ersatzbrennstoffen aufbereitet.

Mit dem 2007 gestarteten dritten Effizienzsteigerungsprogramm haben die BSR in 2008 die Kosten planmäßig weiter gesenkt. Bis Ende 2009 sollen insgesamt 27 Mio. EUR eingespart werden. Ein Gebührenvergleich des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) aus 2008 sieht Berlin bei der Müllabfuhr auf Platz eins und bei der Straßenreinigung auf Platz zwei der günstigsten
Großstädte.

Insgesamt haben die BSR im Jahr 2008 rd. 935 TMg Siedlungsabfälle zur Beseitigung angenommen, 4 % weniger als im Vorjahr. Die BSR-Anlieferungen betrugen rd. 894 TMg (3 % weniger als 2007); auf die Fremdanlieferungen entfielen insgesamt 41 TMg (19 % weniger als 2007).

Der Mechanisierungsgrad in der Gehwegreinigung wurde in Realisierung des Effizienzsteigerungsplanes auf über 40 % erhöht.

 

 

2007

Die BSR zählen mit 5.317 Beschäftigten und einem Umsatz von 475 Mio. Euro zu den umsatzstärksten kommunalen Unternehmen der Entsorgungsbranche europaweit; der dreiköpfige BSR-Vorstand ist mit der Unternehmensführung betraut, an der Spitze steht die Vorsitzende Vera Gäde-Butzlaff, ihr zur Seite stehen der Vorstand für Personal und Soziales, Andreas ScholzFleischmann, und Finanzvorstand Dr. Lothar Kramm; der 16-köpfige Aufsichtsrat, paritätisch mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern besetzt, überwacht die Aufgabenerfüllung durch die Geschäftsführung und berät den Vorstand, Aufsichtsratsvorsitzender und Vertreter der Anteilseigner ist Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, stellvertretender Vorsitzender ist Sven-Olaf Günther, Vorsitzender des BSR-Gesamtpersonalrats und Vertreter der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat; die BSR haben 2006/2007 rund 52 Millionen Euro in ihre Entsorgungsanlagen investiert, der Hauptanteil kam dabei der Verjüngungskur der schon 1967 in Betrieb gegangenen Müllverbrennungsanlage Ruhleben zugute, mit rund 13 Millionen Euro wurde 2004 - 2007 die Prozessleittechnik an allen acht Kessellinien der Anlage runderneuert und ein Betriebsmanagementsystem eingeführt, mit weiteren 9,2 Millionen Euro wird bis Ende 2008 der Brandschutz der Müllverbrennungsanlage verbessert; die Dienstvereinbarung „Flexible Arbeitszeiten“ ist zum 1. April 2007 in Kraft getreten; die BSR haben gemeinsam mit der Berliner Wall AG sogenannte Dog-Service-Stations entwickelt, die zunächst in zwei Berliner Bezirke aufgestellt werden(zunächst 50 Stück);

Die privaten Entsorger haben in Berlin die !Gelbe Tonne plus" angeboten und bereits 330.000 Wohnungseinheiten entsprechend angeschlossen. Damit kommt es zu Umsatzrückgängen bei den BSR. Am 01.01.07 ist die "Verordnung zum Aussschluss von Abfällen von der Annahme bei den BSR" in Kraft getreten. Danach werden von den Abfällen zur Beseitigung aus sonstigen Herkunftsbereichen die Gewerbebetrieben anfallenden Abfälle von der Entsorgungspflicht  des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers ausgeschlossen.

Im Dezember verkauft die BSR ihre Beteiligung an der RUWE GmbH.

 

 

2006

Der Aufsichtsrat hat auf einer außerordentlichen Sitzung am 27.03. den BSR-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Gamperl fristlos entlassen. Als Gründe wurden "erhebliche Unzulänglichkeiten in der Amtsführung" und eine "zerrüttete Vertrauensbasis" zwischen ihm und dem Aufsichtsrat genannt; Dr. Lothar Kramm ergänzt den Vorstand als Interimsmanager für Finanzen; das Abfallaufkommen beträgt 1.376 t/a; mit Inkrafttreten des neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) ist den Kommunen und damit in Berlin den BSR zum 24. März 2006 die Sammlung der Altgeräte aus privaten Haushalten übertragen worden; die BSR verfügen über ein flächendeckendes Netz von 15 Recyclinghöfen und 6 stationären Schadstoffsammelstellen in Berlin; mit der Abnahme der MPS-Anlage Reinickendorf am 19. Dezember 2006 wurden die BSR im vereinbarten Umfang von 43,75 % Eigentümer, die MPS-Anlage in Pankow wurde entsprechend den Erkenntnissen aus den Inbetriebnahmeproblemen der MPS Reinickendorf nachgerüstet, der Umbau fand im April 2006 statt, nach Abschluss der Leistungsfahrt wurde die Anlage termingerecht am 29. November 2006 abgenommen und steht nun zu 100 % im Eigentum der BSR;

2005

Am 31.Mai 2005 wird auf allen Deponien die Beseitigung von unbehandeltem Abfall eingestellt; in Reinickendorf  konnte der vertraglich festgelegte Termin für die Übergabe der MPS-Anlage zum 1. November 2005 aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht eingehalten werden; Umbenennung der „brs GmbH“ zu „Berlin Recycling GmbH“; Ende 2005 haben die BSR die Müllverbrennungsanlage (MVA) Ruhleben, die 1996 im Rahmen einer Leasingfondsgestaltung veräußert und gemietet wurde, zurückerworben; am 4. April 2005 kam es zu einem Brand im Müllbunker der Umladestation in der Gradestraße, durch den erhebliche Schäden am Gebäude und an den drei Müllkränen entstanden, die Schadenshöhe betrug ~0,8 Mio.€; die neue Geschäftseinheit Kaufmännische Kundenbetreuung (AK) ist seit Oktober 2005 personell vollständig am Standort Mühlenstraße 9–10 angesiedelt; im Jahresdurchschnitt 2005 waren 5.578 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten) beschäftigt;

2004

Die BSR hat im Internet eine Tausch- und Verschenkbörse eingerichtet. Dort können Interessierte kostenlos Gegenstände, die sie nicht mehr brauchen, die aber zum Wegschmeißen zu schade sind, tauschen oder verschenken; die BSR betreiben auf jeder der drei geschlossen Deponien seit Ende 2004 Gasverwertungsanlagen. Sie erfassen und verwerten jährlich rund 40 Millionen Kubikmeter Deponiegas und vermeiden so jedes Jahr Emissionen in der Größenordnung von 500.000 Tonnen CO2-Äquivalenten; daneben erzeugen die BSR auf den drei Deponien jährlich über 75 Millionen Kilowattstunden Strom, für die man sonst 90.000 Tonnen Braunkohle verfeuern müsste; zusätzlich produziert die Deponie Schwanebeck jährlich 43 Millionen Kilowatt thermische Energie, die über das nahe gelegene Heizkraftwerk Berlin-Buch in das Fernwärmenetz eingespeist wird; in Berlin sind 38 Altablagerungen bekannt; nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2004 ging die Verantwortung auch für diese Orte in den Aufgabenbereich der BSR über;

Gerhard Gamperl übernimmt am 01.03.2004 das Amt des Vorstandsvorsitzenden. Andreas Scholz-Fleischmann wird ab 01.06.2004 zum neuen Vorstand Personal, Soziales und technische Dienstleistungen bestellt - Dr. Landerer verlässt das Unternehmen zum 28.02.2005.

Die bisherige Sackabfuhr in den Kleingartenkolonien wird zugunsten von MGB eingestellt; der direkte Gleisanschluss für die Gradestr. wird im August fertiggestellt; die Hauptwerkstatt Ringbahnstr. wird bis 2005 schrittweise geschlossen und wird am Nordring konzentriert;

zur Realisierung des Abfallwirtschaftskonzeptes wird die MPS Betriebsführungsgesellschaft GmbH als PPP-Gesellschaft mit einem 51%-Anteil der BSR gegründet; auf der Deponie Wersdorf wird mit der Untergrundsaniewrung begonnen; 

2003

ab 01. Januar wird Vera Gäde-Butzlaff Vorstandsmitglied der BSR mit Verantwortung für Abfalllogistik und Abfallentsorgung, ab 01.07.2003 auch für die Straßenreinigung, Prof. Dr. Peter von Dierkes ist bis 30.06.2003 Vorstandsvorsitzender und Vorstand Reinigung; den Vorstandsvorsitz übernimmt ab 01.07.2003 Dr. Christoph Landerer;

Die BSR veräußern aus kartellrechtlichen Vorgaben zum 31.12.2003 ihre Anteile an der DASS an den Mitgesellschafter; in der Abfallwirtschaft wird die Umstrukturierung der Betriebshöfe abgeschlossen, es existieren nun nur noch vier leistungsfähige Betriebshöfe; nach Schließung des RC-Hofes Lichtenrader Damm gibt es noch 15 RC-Höfe mit fünf Schadstoffsammelstellen; die mobile Schadstoffsammlung wird 2004 eingestellt; auch bei der Reinigung erfolgt eine Umstrukturierung dahingehend, dass nun fünf Regionalzentren geschaffen wurden;

Es sind 6.006 Mitarbeiter beschäftigt;

 

 

2002

Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen Dr. Gregor Gysi übernimmt ab 26.02. den Vorsitz des Aufsichtsrates, am 31.07. endet dieser wieder, sein Nachfolger Harald Wolf übernimmt ab 03.09 den Vorsitz;

Lutz Jochen Storbeck ist bis 24.04.2002 Vorstand Abfallwirtschaft. Ab 25.04. übernimmt Dr. Peter von Dierkes erneut die Aufgabe als Vorstand Abfallwirtschaft und Vorstandsvorsitzender. Ab 05.12.2002 wird er auch Vorstand Reinigung, Dr. Arnold Guski, Vorstand Reinigung und kaufmännische Dienstleistungen, verlässt das Unternehmen zum 04.12.2002, Dr. Christoph Landerer übernimmt ab 05.12.2002 die Aufgaben des Vorstands für Personal, Soziales und technische Dienstleistungen;

Im Zusammenhang mit der Tarifkalkulation wurde 2002 aufgedeckt, dass seit 1999 auf Grund eines methodischen Abgrenzungsfehlers in der Straßenreinigung überhöhte Gebühren in Rechnung gestellt wurden. die Rückzahlung an die Kunden erfolgte ab 2003; ; im Jahresdurchschnitt sind 6.265 Mitarbeitende beschäftigt;

Es werden die ersten 50 Müllfahrzeuge mit Gasantrieb auf dem Betriebshof Malmöer Str. in Dienst gestellt. Es sind MB-Fahrgestelle mit Econic-Fahrerhäusern mit niedriger Einstiegshöhe und guter Bedienerfreundlichkeit. Sie werden noch viele Jahre Verwendung bei den BSR finden, die erste Erdgastankstelle geht am 05.12.2002 in der Malmöer Str. in Betrieb;in der Gradestr. wird die direkte Schienenanbindung realisiert;

2001

Die Senatorin für Wirtschaft und Technologie Frau Juliane Freifrau von Friesen übernimmt ab 26.06. den Vorsitz des Aufsichtsrates; zum 01.April treten Tarifsenkungen um durchschnittlich 5,6% in Kraft; am 24.Juli wird durch den Senat die Umsetzung des Abfallwirtschftsplanes Berlin beschlossen, die Aufgaben zur Beseitigung der Siedlungsabfälle nehmen die BSR für das Land war; die Entsorgung von Speiseabfällen wird in die BRAL ausgelagert; die Anzahl der Betriebshöfe der Abfallwirtschaft reduziert sich von sieben auf vier; es gibt nun 18 RC-Höfe in Berlin; die Sonderabfallannahme wird in die RC-Höfe integriert; die Sicherung der Deponie Wannsee erfordert hohen Aufwand; es sind 6.462 MItarbeiter bei den BSR beschäftigt;

2000

ab 15.03. wird Lutz Jochen Storbeck zum Vorstand Abfallwirtschaft bestellt, Dr. Peter von Dierkes bleibt Vorstandsvorsitzender; Gründung des Unternehmens „brs GmbH“ als 100% Tochter der Berliner Stadtreinigung mit dem Ziel Aufbau der Geschäftsbereiche PPK, Gewerbeabfälle zur Verwertung, Aktenvernichtung und Containerdienst; der gewerbliche Winterdienst sowie die gewerbliche Reinigungsleistung wurde an die Tochtergesellschaft Ruwe Jörg Peter GAbriel GmbH übertragen; in der neugegründeten Fuhrpark Business Service GmbH (FBS) werden Fuhrparkleistungen gebündelt; die Anteile an der Feigel Umwelt-Service GmbH werden veräußert; am 13.07.2000 unterzeichnet die BSR eine Zielvereinbarung mit dem Land Berlin zur Steigerung der Effektivität mit einer Laufzeit bis 2015; im Juli 2000 geht die Deponiegaserfassungsanlage der Deponie Schwanebeck in Dauernutzung (~5.000 kW).

Die Müllmenge beträgt 1.200.000 t; 16 RC-Höfe werden geschlossen, 6 Höfe modernisiert mit erweitertem Angebot, es gibt nun 20 RC-Höfe in Berlin; die Müllannahme auf der Deponie Wernsdorf wird im März eingestellt;

Das Freizeitheim Kladow wird zum 01.08. geschlossen. Der Abriss des Gebäudes erfolgt 2004, anschließend wird das Gelände verkauft.

1990 - 1999

1999

Die BSR startet eine Imagekampange , die mit witzigen Sprüchen das Image der BSR verbessern soll. Sie löst heftige Diskussionen in ganz Deutschland aus, aber der Spruch „We kehr for you“ ist bleibend im Gedächtnis der Berliner eingeprägt; Helmut Paschlau scheidet zum 30.04. als Vorstand Abfallwirtschaft aus ddem Unternehmen aus, die Aufgabe übernimmt Dr. Peter von Diekes ab 01.05.; auf der Deponie Schwanebeck wird eine Entgasungs- und Gasverwertungsanlage in Betrieb genommen; die Geschäftseinheiten BAuabfall und gewerblicher Sonderabfall werden eingeschränkt; die Mitarbeiterzahl beträgt nun 7.202; im März wird die Entladung von Eisenbahnwaggons eingestellt; die Dienstvereinbarung zur flexiblen Arbeitszeit tritt am 01.01. in Kraft;

1998

Der neue Senator für Wirtschaft und Betriebe Wolfgang Branoner löst E.Pieroth ab 17.11. als Aufsichtsratsvorsitzenden ab; ein neues Recyclinghofkonzept wird zunächst in Marzahn erprobt; bei der Straßenreinigung wird die Einführung der Gruppenarbeit abgeschlossen; die Privatisierung aller 285 öffentlichen Bedürfnisanstalten wurde abgeschlossen; das Konzept des "diffenrenzierten Winterdienst" kommt erstmals zum Einsatz; am 30.August wird das BSR-Orchester (anfänglich bis zu 40 Mitglieder, am Ende Big-Bandstärke) endgültig aufgelöst;

1997

Am 6. März erfolgt die Gründung der gbav („Gesellschaft für Boden- und Abfall-verwertung mbH“), Gesellschafter 51% BSR Berliner Stadtreinigungsbetriebe 49% Harbauer GmbH; 23 betriebliche Organisationseinheiten werden zum Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert; Jürgen Chibiorz scheidet zum 16.Dezember aus Krankheitsgründen aus dem Vorstand aus, Dr. Christoph Landerer wird ab 17.Dezember Vorstand für Personal, Soziales und technische Dienstleistunge, Dr. Guski wird Vorstand Reinigung und kaufmännische Dienstleistungen; bei den BSR sind 7.656 Mitarbeiter beschäftigt;

1995

Prof. Dr. Klaus Peter Kantzer verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch bereits 28.Februar wieder, am 28.Februar werden auch die Vorstände Georg Fischer (Technik, Sonderaufgaben) und Manfred Paris (Personalund Soziales) von ihren Aufgaben entbunden. An der Spitze des Vorstandes steht ab 01.März Dr. Peter von Dierkes (53), bislang Spezialist für Entsorgung in der Kernenergie-Branche, Dr. Christoph Landerer (42), mit Gewerkschafts- und BEWAG-Vergangenheit wir ab 01.März Vorstand für Personal und Soziales, Helmut Paschlau (42) war Leiter des Münchener Abfallamtes und übernimmt ab 01.März den Vorstandsbereich Abfallwirtschaft. Als vierter ist Jürgen Chibiorz der einzige alte Vorstandsmann, der in das neue Gremium übernommen wird - bisher zuständig für das Abfallressort, ab 01.März für Straßenreinigung. Dr. Arnold Guski übernimmt ab 01.Dezember den Vorstandsbereich Dienstleistungen, in der Zeit vom 24.03.-15.12. übte Dr. Christian Klein die Funktion des Vorstandes Dienstleistungen aus; die Umstellung auf das MGB-System wir im Juli abgeschlossen; der Betriebshof Mazahn geht in Nutzung, ebenso die Hauptwerkstatt; ab 01.Juli ist die BSR nicht mehr als hoheitlicher Entsorgungsträger für die Sonderabfälle zuständig, das übernimmt jetzt die Sonderabfallgesellschaft Brandenburg/Berlin GmbH;

1994

die BSR werden zum 01.01. eine rechtsfähige Anstalt öffentlichen Rechts; die Tätigkeit des Verwaltungsrates endet am 25.01. - es biginnt die Arbeit des Aufsichtsrates unter der Leitung von Prof. Dr. Herwig Haase, Senator für Verkehr und Betriebe; aus der Geschäftsleitung wird nun ein amtierender Vorstand, ab 15.Juli übernimmt der Senator für Finanzen Elmar Pieroth den Vorsitz; die Tätigkeit des amtierenden Vorstands endet im März; Prof. Dr. Klaus Peter Kantzer wird zum 01. August zum neuen Vorstandsvorsitzendenund Vorstand Reinigung bestellt, Jürgen Chibiorz wird ab 01.September  zum Vorstand Abfallwirtschaft bestellt, Manfred Paris wird als Vorstand für Personal und Soziales und Georg Fischer als Vorstand für Neue Projekte und Sonderaufgaben ab 01.April bestellt; es beginnt eine Umstruktuierung der Betriebshöfe; die Privatisierung der öffentlichen Bedürfnisanstalten hat begonnen;  

1993

Peter Selle wird ab 01.01. zum Geschäftsleiter für kaufmännische Angelegenheiten berufen; im Dezember beginnt der Abfalltransport von der Gradestr. nach Schöneiche per Eisenbahn; die BSR betreiben und unterhalten 285 öffentliche Bedürfnisanstalten; es sind in Berlin nun 42 Recyclinghöfe für die Berliner geöffnet;

1992

 1. Januar Fusion der Stadtreinigung Berlin (Ost) mit der BSR (West); es gelten aber weiterhin unterschiedliche Tarife in ehemals Ost uind West; die Müllabfuhr im Ostteil wird auf das MGB-System umgestellt; die MVA Lichtenberg stellt Ende des Jahres ihren Betrieb ein; ein Sonderabfallzwischenlager in der Flottenstr. wird zum 30.September geschlossen; in Ruhleben wird der Probebetrieb der Emulsionsspaltanlage aufgenommen; in der Kühlschrankentsorgung werden in diesem JAhr 15.000 Absorberkühlgeräte und 110.000 FCKW-haltige Kühleinheiten vorschriftsmäßig entsorgt; auf den Deponien erfolgt der Einabu von Waagen; die Aufstockung ders Hauses IV in der Hauptverwaltung wird begonnen; im Unternehmen sind 9.529  Mitarbeiter beschäftigt;

1991

Der Senator für Verkehr und Betriebe Prof.Dr. Herwig Haase übernimmt ab 24.01. den Vorsitz des Verwaltungsrates der BSR, der Stadtrat für Arbeit und Betriebe Kurt Blankenhagel scheidet als Vorsitzender zum 23.01. aus dem Verwaltungsrat aus; das JAhr ist geprägt vom Zusammenwachsen der beiden Betriebe, die SB wird durch MItarbeiter der BSR personell unterstützt und die Verwaltung wird schrittweise der der BSR angepasst; es gibt nunmehr 15 Recyclinghöfe in Berlin (Ost); die Fäkalienabfuhr der SB wird eingestellt; das Leistungsprofil der SB wird dem der BSR angepasst; in Berlin(Ost) werden 880,6 t Hausmüll eingesammelt;  

1990

Berlin(Ost): am 26.Januar Streik der Müllwerker aller Betriebshöfe in Ostberlin, Forderung: u.a. Verdoppelung der Löhne, Eigenständigkeit der Müllabfuhr; am 06.06. Teilnahme der SB am Mauerabriss in der Adalbertstr.; am 26. Juni - 29. Juni erneuter Streik der Müllwerker, Belagerung des Roten Rathauses mit Müllfahrzeugen. Forderung: Anpassen der Ostgehälter an Westniveau; ab Mai werden die ersten Recyclinghöfe zur kostenlosen Annahme von Wertstoffen eingerichtet; der 2.Abwasserprahm für die Fäkalienabfuhr der Zeltplätze wird in Dienst gestellt;

Mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 24.Juni 1990 wurde der VEB Kombinat Stadtwirtschaft Berlin ab Inkrafttreten der Währungsunion am 01.Juli 1990 in die Stadtreinigung Berlin umgewandelt. Der ehm. VEB Stadtgrün und das Bestattungswesen werden eigenständige Betriebe, die Parkanlagen werden den Bezirken unterstellt; mit Wirkung ab 20.Oktober wird die Stadtreinigung Berlin Eigenbetrieb der Stadt Berlin (Ost) und mit Wirkung ab 01.Januar 1991 Eigentum des Landes Berlin. Zum Geschäftsführer der Stadtreinigung Berlin wird der ehem. Kombinatsdirektor Horst Ewert bestellt. Kurt Blankenhagel (Stadtrat für Arbeit und Betriebe) wird Verwaltungsratsvorsitzender.

Am 20.Oktober gemeinsame Veranstaltung der BSR und der SB zum 115-jährigen Bestehen der städt. Straßenreinigung vor dem Roten Rathaus;

Am 20.November entlässt der Verwaltungsrat der Stadtreinigung Horst Ewert und bestellt zum 26.November die Geschäftsleitung der BSR (Berlin West) zu Geschäftsführern in Personalunion;

Am 18. Dezember beschließt der Magistrat (Ost) und der Senat (West) die "Überführung" der 3.547 Mitarbeiter der Stadtreinigung in die BSR zum 01.Januar 1992;

Berlin(West):im Modellversuch mit 15.000 Haushalten zur gesonderten Sammlung organischer Bestandteile im Hausmüll wird die Bio-Tonne erprobt; die Sonderabfallentsorgung ist nach wie vor problematisch, da auf der Deponie Vorketzin keine entsprechenden Abfälle mehr abgelagert werden dürfen, es wird ein Zwischenlager eingerichtet; es werden 1.426 Mio t Abfälle durch die BSR entsorgt; in der Straßenreinigung erfolgt die Umstellung von Grundstückfrontmeterlänge auf Quadratmeter Grundstücksfläche mit Wirkung ab 01.01.1991;

1980-1989

1989

Berlin(Ost): Ende des Jahres waren bereits 12.400 Pflegevertragspartner vertraglich gebunden; von ca. 80.000 Grundstücken wurden 465.000 t Hausmüll entsorgt, die zu 81% auf den Deponien, 18% in der MVA und 1% in der Kompostierung beseitigt wurden; es waren 200.200 Behälter ausgestellt, davon 116.900 110-l-Tonnen, 41.600 220-l-MGB und 41.700 1,1 m³ MGB; es liefen täglich 130 Mülltouren;

Berlin(West): Ab 16.03. wird der Senator für Arbeit, Verkehr und Betriebe Horst Wagner Vorsitzender des Verwaltungsrates; die Sonderabfallverbrennungsanlage Schöneiche nimmt den Dauerbetrieb auf;

Die Öffnung der Berliner Mauer am 09.11. eröffnet für beide Betriebe völlig neue Perspektiven; im Betrieb Ost werden in allen Betriebsteilen heftige Diskussionen geführt, um die weiteren Schritte festzulegen, der techn. Geschäftsführer der BSR, Herr G.Fischer, besucht am 15.12. den Betriebsdirektor H.Ewert zu einem informellen Gespräch; die BSR geben technische Hilfe in Ostberlin, Potsdam und anderen Gemeinden im Umland, um der gestiegenen Müllmenge Herr zu werden; der Umweltminikster der DDR kündigt einseitig die Abnahme von Sonderabfällen in die DDR, was zu Problemen in der Entsorgung führt;

1987

Beide Betriebe sind in die Vorbereitungen zur 750-Jahr-Feier Berlins stark eingebunden;

Berlin(Ost): der Staubschutzwagen u.a. hist. Technik nehmen am Festumzug am 04.07. teil; es sind inzwischen 14 Müllpressen im Einsatz; an Spezialtechnik kommen eine Drehleiter W50 L/DL 30 und ein Grabbagger "Digger 50", sowie ein weiterer Kompaktor für Wernsdorf zum Einsatz; es werden 21 PMF 18 fertiggestellt; in der Müllabfuhr sind nun 69 Fzg. für 110l-Tonnen, 47 Fzg. für 220l MGB und 83 Fzg. für 1,1m³-MGB im Einsatz;

Berlin(West): die I.Ausbaustufe der Rauchgasreinigungsanlage wird am 14.10. offiziell in Betrieb genommen; die Umstellung auf MGB wird im Herbst abgeschlossen; die BSR zeigt bei den Veranstaltungen zur 750-Jahr Feier hohe Leistungsfähigkeit und Flexibilität;

1986

Berlin(Ost): Die orangefarbene Schutzkleidung wird eingeführt. Die Zahl der durch die Fäkalienabfuhr entsorgten Grundstücke ist auf 18.010 gestiegen; zur Leistungserhöhung in der Müllabfuhr werden MUT-Fahrzeuge auf Steyr 991.200 importiert; der erste Behälterwaschwagen MTS 24 mit HALLER-Aufbau kommt zum Einsatz, ebenso erste Schlammsaugwagen A1 auf MTS 24 mit MUT-Aufbau; der erste Kompaktor, ein HANOMAG CL 66D wird auf der Deponie Schwanebeck stationiert; die Ratiomittelwerkstatt in Biesdorf wir fertiggestellt; drei Überführungsfazeuge der Fa. Volvo werden insbeondere für die Auslandseinätze angeschafft;

Berlin(West):die Tätigkeit von Wolfgang Bildstein als Geschäftsleiter für den sozialen und personellen Bereich endet am 30.06.; Manfred PAris wird ab 01.11. als Geschäftsleiter für den sozialen und personellen Bereich bestellt; die 4.Änderung des Stadtreinigungsgesetzes ermöglicht es den Eigentümern von industriell oder gewerblich genutzten Grundstücken, ihren Abfall von privaten Unternehmen entsorgen zu lassen, damit ergibt sich erstmalig eine Wettbewerbssituation für die BSR; durch Konzentration der Einheiten werden 11 Betriebsgrundstücke aufgegeben und an das LAnd Berlin übertragen; das neue Computersystem wird zum 01.09. übernommen; in Ruhleben wird die neue Rauchgasreinigungsanlage montiert, der Müllbunker wurde saniert; 

1984

Berlin(Ost): Es gibt bereits 3.600 Verträge für  4.600.000m² Gehbahn; es werden 3,65 Mio. m³ Hausmüll, 687.000m³ Fäkalien, 89.500t Küchenabfälle gesammelt und 2.090 ha Grünfläche, 1.480 Spielplätze, und 92 Springbrunnen gepflegt; es werden 4.234 Mitarbeiter beschäftigt; die Verwaltung zieht von der Poststr. in den Neubau Adalbertstr. 49-50 um;

Berlin(West): der Abfallbeseitigungsvertrag mit der DDR wird überarbeitet und mit neuen Kennziffern versehen, für Schöneiche wird eine Sonderabfallverbrennungsanlage beschlossen; Ende des Jahres sind bereits 18 Touren auf MGB umgestellt; die Straßenreinigungskommission überprüft die Einordnung von ~1.500 Straßen in eine der 4 Reinigungsklassen, die dann ab 01.01.1985 verbindlich werden; der Kompost-Rottebetrieb hat ~4.800m³ Kompost für den Markt bereit gestellt; die BSR errichtet 2 Toilettenbauten auf dem Gelände der BUGA (Britz); ab 01.08. gibt es den Ausbildungsberuf "Ver- und Entsorger" mit dreijähriger Ausbildung;

 

 

1983

Berlin (Ost): 16.360 Grundstücke werden durch die Fäkalienabfuhr des VEB Kombinates Stadtwirtschaft Berlin entsorgt; ab März erfolgt die Erfassung von Küchenabfällen durch das Kombinat mit ca. 150t/d; in Heinersdorf nimmt die Leichtflüssigkeitstrennanlage im Juli den Probebetrieb auf; dere erste PMF 18 (Preßmüllaufbau auf ROMAN-FAhrgestell) wird in der Rationalisierungsmittelwerkstatt fertig gestellt; das erste 8m³ Fäkalienfahrzeug wird ebenfalls dort hergestellt; der Schubverband zuur Fäkalienabfuhr der Zeltplätze wird in Dienst gestellt (Schubverband mit 103-KW-Schubboot und 400m³-Abwasserprahm APW 36); der Schubverband wurde nach der Wende verkauft;

Berlin(West): ab 01.02. wird Georg Fischer zum Geschäftsleiter für den technischen Bereich berufen, Dr. Gerhard Mittag wird ab 01.02. Geschäftsleiter für den kaufmännischen Bereich, ab 01.12. wird Wolfgang Bildstein Geschäftsleiter für den sozialen und personellen Bereich, die Tätigkeit von Albrecht Rothlnder endete bereis am 31.01.; ab März werden auf 6 Betriebshöfen Altstoffe getrennt abzugeben, die Anzahl der Recycglinghöfe wächst bis Dezember auf 12; zum jahresende bestehen auch 2 Recycling-Touren zur Sammlung von Altglas und Altpapier aus HAushaltungen; es beginnt die konzentriert Ablösung der 110l-Tonne durch 120l, 240l, 660l und 1100l-MGB;

1982

Einführung der 220l-MGB aus verzinktem Blech in Berlin(Ost), einer Eigenentwicklung der Stadtwirtschaft.
Die Behälter werden im VEB Lufttechnik Treptow gefertigt, die Schüttungen im betrieblichen Rationalisierungsmittelbau;die seit 1979 erprobte KM 2301 geht in Serie und wird im Kombinat eingesetzt; eine in Dessau entwickelte Gehbahkehrmaschine Typ RD10 kommt zum Einsatz; die erste Deponiegasanlage geht in Wernsdorf in Nutzung; im Mai erscheint die erste Ausgabe der Betriebszeitung „Der Stadtwirtschaftler“ im Kombinat Stadtwirtschaft Berlin;

In Berlin(West) endet die Tätigkeit des Geschäftsleiters für den technischen Bereich Michael Ferber am 15.03., ab 01.05. wird Heinrich Schwermer Geschäftsleiter für den kaufmännischen Bereich und ab 01.07. wird Jürgen Chibiorz Stellvertretender Geschäftsleiter für den technischen Bereich;

 

 

1981

Berlin(Ost): Am 01. Januar Fusion von "VEB Stadtreinigung" (ca. 1.080 Fzg., 2294 MA), "VEB Stadtgrün" (ca. 280 Fzg., 875 MA) und den Städtischen Parkanlagen einschl. Grünanlagenpflege Marzahn (div. Fzg.., ca. 400 MA) zum "VEB Stadtwirtschaft"
Zum 1. Juli dann Eingliederung des "VEB Bestattungswesen" (381 MA) mit Krematorium, 42 Friedhöfen, 14 Filialen, 4 Blumengeschäften und dem Auslandsdienst mit 24 Überführungsfahrzeugen unter der Leitung von Direktor Harald Lenk; damit Umbenennung in "VEB Kombinat Stadtwirtschaft Berlin"; Kombinatsdirektor wird Horst Ewert; der Betrieb hat jetzt 3.890 Mitarbeiter und verfügt über ca. 1.800 Spezialfahrzeuge Es werden weiterhin  Reinigungsverträge zur Reinigung von ~ 1250m² Gehweg abgeschlossen, in diesem Jahr sind es weitere 122 Verträge für 175.000m² Gehbahn und 35 km Fahrbahnkante. der erste ROMAN mit HALLER-Preßmüllaufbau wird eingesetzt; in dder Grünpflege kommt der este Großflächenmäher Typ JACOBSON F10 zum Einsatz; das Bärchen als Betriebssymbol bekommt nun noch zum Besen einen stilisierten Baum;

Berlin(West): am 23.01. übernimmt der Senator für Gesundheit und Umweltschutz Reinhard Ueberhorst den Vorsitz des Verwaltungsrates, ab 11.06. übernimmt der Senator für Arbeit und Betriebe Edmund Wronski den Vorsitz; die Tätigkeit als Erster und kaufmännischer GEschäftsleiter Ernst-Günther Schönrock endet am 31.01.; es gibt im Winterdienst die ersten Versuche eines "alternativen Winterdienstes" ohne den Einsatz von Tausalz;

 

 

1980

Berlin(West): die Deponie Wannsee wird geschlossen, nur die großflächige Kompostierung wird noch bis 2000 fortgeführt; die BSR hat insgesamt 5.529 Mitarbeiter, davon 2.808 in der Abfallwirtschaft, 2.083 in der Straßenreinigung  und 638 in den Sonderdiensten; ab 01.07. wird Albrecht Rothländer zum Geschäftsleiter für soziale und personelle Angelegenheiten berufen;

Berlin(Ost): die ersten ~500 Verträge mit Bürgern zur Reinigung von Gehbahnen werden abgeschlossen; im Winterdienst werden Streuer D-032 B und D4H erstmalig eingesetzt; 

1970 - 1979

1979

Berlin(West): Die Sonderabfallbehandlungsanlage in Ruhleben nimmt ihren Betrieb auf; starke Reduzierung des Streusalzeinsatzes im Winterdienst 79/80; Paul Hermes beendet seine Tätigkeit zum 31.12.;

Berlin(Ost): Die drei Deponien erhalten den Status "Geordnete Deponie", Der Neubau Treffurter Str. geht in Nuttzung;

1978

Berlin(West): Inbetriebnahme der Umladestation Gradestraße (U-Süd); das Freizeitheim der BSR in Kladow, Imchenallee 29-31, wird seiner Bestimmung übergeben. Die Baukosten werden mit 9,34 Mio DM angegeben; Helmut Schwemmer beendet seine Tätigkeit am 30.09. im Unternehmen;

Berlin (Ost):  ein Preßmüllwagen auf W50-Basis mit Aufbau "Sora" (Jugoslawien) wird zur Papierkorbentleerung auf dem S7 (Lichtenberg) eingesetzt, erste Nachbauten der Epokestreuer werden im Rationalisierungsmittelbau produziert; erste Schlammsaugwagen W50 L/SSW (Hersteller VEB Wassertechnik Berlin) kommen zum Einsatz; die Parker-Sauger werden durch Eigenbauprodukte abgelöst;

1977

Berlin (West): 3. Januar erste Transporte mit Großcontainerfahrzeugen von der Umladestation Ruhleben nach Vorketzin; Ernst-Günther Schönrock wird ab 01.12. Kaufmännischer und ab 08.12. Erster und kaufmännischer Direktor, Helmut Schwemmer wird ab 01.12. Direktor für soziale und personelle Angelegenheiten;

Berlin (Ost): am 01.Juli wird Horst Ewert als Direktor berufen, er bleibt in dieser Funktion bis 1990; die Müllverbrennungsanlage in Lichtenberg wird vom VEB Energiekombinat übernommen; das Labor am Steinplatz (Treptow) zur Untersuchung von Grundwasserproben um die Deponien nimmt seinen Betrieb auf; erste Epoke-Streuer werden im Winterdienst eingesetzt;

1976

Berlin (Ost): Umbenennung der "Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr" in "VEB Stadtreinigung"; der Betrieb verfügt über 66 Großkehrmaschinen IFA-W50, 26 Kleinkehrmaschinen Schörling IKM und MTTV, 30 Kleinreinigungsgeräte der Fa. Parker, Kerwitt und Blauvogel, 28 Sprengwagen Skoda RTH, 32 Multicar mit versch. Aufbauten, 11 Futtermittelsammelfahrzeuge IFA W-50, 8 Baggersaugwagen, 203 Skoda-Müllfahrzeuge, 8 Preßmüllwagen Schörling, 27 Fäkalienfahrzeuge, sowie div. Weitere Spezialtechnik, es sind 2246 Mitarbeiter beschäftigt;

Berlin (West): Der Senator für Arbeit und Soziales Horst Korber übernimmt ab 25.02. den Vorsitz im Verwaltungsrat, ihm folgt ab 26.03. der Senator für Gesundheit und Umweltschutz Erich Pätzold; Werner Wittke scheidet am 30.09. als Stellvertretender Kaufmännischer Direktor aus; die Müllschlacken-Sinteranlage Ruhleben wird stillgelegt; die Fa. ALBA hat die getrennte Altglassammlung in Berlin aufgenommen;

1975

Berlin(West): Der Senator für Verkehr und Betriebe, Harry Liehr, übernimmt ab 25.04. den Vorsitz im Verwaltungsrat; auf dem Kurfürstendamm findet die erste (und einzige) Müllmeisterschaft mit 25 Mannschaften aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich statt; Baubeginn der Umladestation Ruhleben (U-Nord); das Gebäude Schlangenbader Str. wird mit einer pneumatischen Müllsauganlage ausgestattet;

 

Berlin(Ost): die ersten Kehrmaschinen Typ KM21D werden eingesetzt, am 23.05. erfolgt die offizielle Inbetriebnahme der MVA Lichtenberg mit einer Kapazität von 80.000 Tonnen Hausmüll jährlich, ~5.300 Wohnungen werden mit Fernwärme und Warmwasser versorgt; es sind 65 Kehrmaschinen, 29 Kleinkehrmaschinen im Einsatz bei der Straßenreinigung; die erste Müllpresse wird im Hotel "Stadt Berlin"am Alexanderplatz eingesetzt; in der Sperrmüllabfuhr werden Preßmüllwagen und 5m³-Container eingesetzt, erste Baggersaugwagen der Fa. Schörling auf Skoda-Fahrgestell werden eingesetzt; 

1974

Berlin (West): Am 11.Dezember wird der „Vertrag über die Verbringung von Abfallstoffen aus Berlin (West) und ihre Beseitigung in der DDR“ (Langfristvertrag) abgeschlossen mit einer Gültigkeit vom 1. Januar 1975 bis zum 31. Dezember 1994, mit Korrekturmöglichkeit 1984. Er sieht für den Vertragszeitraum die Verbringung von 35 Mio. Tonnen Siedlungsabfällen, davon eine Mio. Tonnen Sonderabfälle, 38 Mio. m³ Bauschutt und 18 Mio. m³ Bodenaushub vor; es beginnen erste Versuche mit der getrennten Sammlung von Papier;

Berlin (Ost): Am 4.Dezember ging die erste Kesselanlage der MVA Lichtenberg ans Netz; Die Gesamtkapazität lag bei 80.000t/, erste Kehrmaschinen Typ M-TTV (Schörling-Hannover) und Rapid 10 (Schweiz) kommen zum Einsatz; der VEB Stadtgrün wird gegründet; 

BRD: TA Luft - Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft wird verabschiedet.

1973

Berlin(West): am 26.Juli wird die Übergangsstelle für Müllfahrzeuge am Kölner Damm im Bezirk Neukölln nach Großziethen geöffnet, er bestand bis zum 12.Dezember 1977, die Deponie wird am 07.August in Betrieb genommen;
Oktober Beginn der Verhandlungen für einen Langfristvertrag zur Verbringung von Westberliner Müll auf DDR-Deponien (vorgesehen Deetz, Schöneiche, Vorketzin). zum 01.Oktober wird die paritätische Mitbestimmung für alle Eigenbetriebe Berlins rechtswirksam; die Beseitigung von Kleintierkadavern wird zum 30. Juni eingestellt und von der Tierkörper-Beseitigungsanstalt Spandau übernommen; am 26.November wird die Hauptwerkstatt Ringbahnstr. feierlich eingeweiht;

Berlin(Ost): vom 28. Juli bis zum 5. August die Weltfestspiele ein weiteres Mal in Ost-Berlin statt. In den neun Veranstaltungstagen kamen etwa acht Millionen Besucher mit 25.600 Gästen aus 140 Staaten zusammen. Die Stadtreinigung fährt den Müll ab und reinigt die Veranstaltungsplätze; das Naherholungsobjekt Wilhelmshagen wird seiner Bestimmung übergeben, der ehem. Gerätehof Dönhoffstr. wird Gästehaus des Betriebes, das Bärchen wird Symbol für den Betrieb; die Skoda RTH bekommen für den Wintereinsatz sog. Rollböden (Spezifa Berlin);

1972

Berlin(West): Am 17. April erste Verhandlungen zwischen  BC Berlin-Consult GmbH (BC) für Westberlin und Bergbau-Handel-GmbH (BBH) für die DDR zur Übernahme von Abfall, am 27. Oktober Abschluss eines kurzfristigen Abfallverbringungsvertrags (Kurzfrist-Vertrag) zur Verbringung von 4,5 Mio.m³ Müll auf die Deponie Groß-Ziethen;
BRD: Das Abfallbeseitigungsgesetz (AbfG) wird erlassen, in dem zum ersten Mal einheitliche Regelungen zur Einsammlung, Beförderung, Behandlung, Lagerung und Ablagerung von Abfällen gebündelt wurden; zur Entlastung des Kaufmännischen Direktors wird ab 24.04.1972 Herr Wittke als Stellvertretender Kaufmännischer Direktor bestellt; es werden 3.598.000 m³ Hausmüll eingesammelt;

Am 14.August stürzt eine IL-62 der INTERFLUG bei Königs Wusterhausen ab. Die kerosinverseuchte Erde wird auf der Deponie Schöneicher Plan beseitigt, ein Jahr später auch die Wrackteile

Berlin(Ost): in der Gehbahnreinigung kommen Parker-Sauger, Kerwit-Wischmaschinen und Blauvogel-Handkehrmaschinen zur Anwendung, erste Toilettenanhänger für Damen und Herren als 2-Achs-Anhänger kommen zum Einsatz, es erfolgen die ersten Importe aus der CSSR von Kippern MTS 24, der Magistrat beschließt den Bau einer Müllverbrennungsanlage in Lichtenberg;

1971

Berlin(Ost): Einführung des SERO-Systems zur Erfassung von RC-Materialien, sowjetische Müllwagen Typ M30 (für acht MGB 770l) und Kehrmaschinen WPM53 werden eingesetzt, die ersten Containerfahrzeuge Typ w50 L/KC kommen zum Einsatz, im August übernimmt Werner Schmied die Leitung des Betriebes;

 

 

 

1970

Berlin(West): zum 1. Januar „Berliner Stadtreinigungs-Betriebe“ (BSR) mit Integration der Betriebsteile Müllverbrennung und Bedürfnisanstalten in den „Eigenbetrieb von Berlin“; der Betrieb teilt sich in Müllabfuhr, Straßenreinigung, Müllverbrennungswerk und Sonderdienste (Bedürfnisanstalten, Sperrmüllabfuhr, Markt- und Autobahnreinigung, Straßenwinterdienst);
Berlin (West):  2.763.800 m³ Hausmüll, 2.464.276 m Straßenfrontlänge wurden gereinigt, 285.353m³ Kehricht abgefahren; Der Fahrzeugbestand stieg auf ~600 Fzg. ca. 13% der Hausmüllsammlung erfolgt mit 1,1m³-Gefäßen; es treten neue Tarife und neue Leistungsbedingungen in Kraft;

In Berlin(Ost) wird die Schuttabfuhr und die Erfassung von Küchenabfällen Bestandteil der Leistung; es werden 1.356.200 m³ Hausmüll transportiert; die 1,1m³-Behälter werden eingeführt. Dazu kommen die neuen Müllwagen aus der CSSR BOBR 11.5 zu Einsatz; die ersten Steyr-Müllwagen und die erste IKM der Fa. Schörling werden eingesetzt; die Straßenkehrmaschinen KM20 auf W50-Basis gehen in die Produktion; Direktor (seit 1958) Harry Hentschke wird im Mai durch Herrn Dieter Godau abgelöst, kurz darauf wird dieser durch Wilhelm Engel ersetzt;

 

 

1960 - 1969

1969

Berlin(West): die MVA erreicht mit einem Durchsatz von 712.000 m³ nicht die bei einem störungsfreien Betrieb zu erwartende Leistung von ~900.000 m³; die Betriebsstelle 21 (Kärntener Str. 17) wurde neu errichtet und zur Nutzung übergeben; mit der Projektierung der Hauptwerkstatt in der Ringbahnstr. wird begonnen; für die Schnee- und Eisbeseitigung mussten 6,59 Mio DM aufgewendet werden, es wurden ~77.200 m³ Schnee abgefahren;

1968

Berlin(West): Ende 1967 tritt Erich Knoll in den Ruhestand und Helmut Schwemmer wird ab 01.01.1968 zum Direktor (ab 01.07. Kaufmännischer Direktor), Paul Hermes zum Stellv. Technischen Direktor und ab 01.07. Michael Ferber zum Technischen Dirrektor der BSR berufen, diese drei Herren bilden die Geschäftsleitung; am 01.10. geht der Neubau des Betriebshofes Lengeder Str. in Nutzung; das neue Straßenreinigungsgesetz wird verkündet;

In der Stadt spürt man insgesamt die besonderen Herausforderungen des Winters 68/69;

1967

Berlin(West): Am 1. Januar Umwandlung der BSR in einen Eigenbetrieb des Landes Berlin: „Berliner Stadtreinigungsbetriebe – Eigenbetrieb von Berlin“, Erich Knoll wird Geschäftsleiter, Helmut Schwemmer wird Stellv. Geschäftsleiter; Vorsitzender des Verwaltungsrates ist bis April Bürgermeister Otto Theuner und ab April der Senator für Finanzen Heinz Striek; Versuche mit Deponieschaum aus einer Harnstoff-Formaldehyd-Verbindung zur Abdeckung der Deponien (hier Wannsee) wg. der Geruchsbelästigung,
am15. Februar Inbetriebnahme des ersten Kessels der MVA Ruhleben, 1973 war der Bau beendet und die Anlage dann vollständig in Betrieb; die BSR beschäftigt 3.085 MA, dav. 1.605 bei der Müllabfuhr und 1.480 bei der Straßenreinigung; die Wirtschafterbefugnis für die 297 öffentlichen Bedürfnisanstalten (dav. 217 oberirdisch, 31 unterirdisch und 49 Stehanstalten) wird der Geschäftsleitung der BSR übertragen; es beginnt die Ablösung der Hydrocar durch KS-Fahrzeuge (MB T2);

Berlin(Ost): Die Kompostierungsanlage Waßmannsdorf nimmt ihren Betrieb auf. mit zunächst 12 Mitarbeitern wird Hausmüll mit Klärschlamm kompostiert;

1966

Berlin(West): die ersten 110l-Mülltonnen aus Kunststoff kommen zum Einsatz;

1965

Berlin (West): 2.009.800 m³ Hausmüll

1964

Berlin (West): 28. Oktober Grundsteinlegung für die MVA Ruhleben;

In Berlin (Ost) werden die ersten Straßenkehrmaschinen auf S4000 eingesetzt; Neue Bezeichnungen für die Bezirkshöfe je Stadtbezirk werden eingeführt: I Mitte-Holzmarktstr., II-Friedrichshain-Holzmarktstr., III Prenzlauer Berg-Nordmarkstr., IV Lichtenberg-Wilhelmstr., V Treptow-Vereinsstr., VI Köpenick-Oberspreestr., VII Weißensee-Charlottenburger Str., VIII Pankow-Mendelstr.;

1962

Berlin(West): Gründung des Arbeitskreises Müllverwertung, Aufgabe Planung und Bauausführung einer Müllverbrennungsanlage;

In Pankow-Heinersdorf wird die Bahnverladeanlage in Betrieb genommen. Von dort erfolgt der Transport zur Deponie Schöneicher Plan;

1961

ca. 3.000 Mitarbeiter bei der BSR (West);

In Berlin(Ost) fallen die Müllwagenlieferungen aus der CSSR aus, so dass kurzfristig sowjetische Müllsammelfahrzeuge Typ GAS mit M30-Aufbauten eingekauft werden. Diese transportieren je acht Behälter mit 770l Volumen, einem Behältertyp, der nicht mit den üblichen Behältern kompatibel war; Für den Wintrdienst kommen die ersten sowjetischen Schneelader Typ S4 zum Einsatz;

1960

Berlin(West): Einführung von Großraumbehältern 1,1 m³ und 5,5 m³, Abfuhr mit Windenabsetzkippern;
das Müllaufkommen betrug 1,8 Mio.-Kubikmeter

1950 - 1959

1959

Berlin (West): Bau Umladestation Forckenbeckstraße, die Umladung erfolgt in großvolumige Spezial-LKW;

Berlin (Ost): Im September werden die beiden letzten Pferde der Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr mit einem großen Korso dem Tierpark Berlin übergeben. Damit endet die Ära der „richtigen Müllkutscher“ in Berlin; Der Wagenpark der Müllabfuhr verfügt nun über 63 Fzg. Typ Skoda, in der Straßenreinigung werden die ersten Sprengwagen Typ Skoda RTH eingesetzt;

1957

Berlin (West) Einführung der kaufmännischen Abrechnung bei der Straßenreinigung, bis dahin wurde die kameralistische Abrechnung verwendet;

Berlin (West) ab 1958 nur noch 5 große Müllabladeplätze: Spandau, Lübars, Wannsee, Rudow, Marienfelde.

In Berlin (Ost) wird am 19.07. die erste in der DDR entwickelte Großkehrmaschine auf der Basis eines H3A mit der Typbezeichnung 01 vorgestellt; das Klubhaus in der Malmöer Str. wird übergeben; es sind 40 Müllwagen Skoda RT im Einsatz;

1956

Berlin (Ost): die ersten in der DDR entwickelten 110l-Gefäße werden eingesetzt, da keine Verzinkungskapazitäten vorhanden sind, werden die Behälter lackiert; die ersten 10 Müllfahrzeuge aus der CSR auf der Basis Skoda RT werden eingesetzt, die letzten Elektro-Straßenwaschmaschinen werden ausgesondert;

Die Deponie Schöneicher Plan wird am 01.02.1956 von der Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr übernommen. Der bisherige Eigentümer, die Fa. Dr. Max Wächter GmbH, hat die Deponie bereits seit 1925 betrieben.

Berlin (West): Bau einer Tierkörperverbrennunganlage auf dem Fuhrhof Schöneberg;

1955

Berlin (West) 1.April Letztes Pferdefuhrwerk mit Staubschutzmüllwagen,
Ersatz der Berliner Müllkästen (200 Liter) durch 110 Liter-Behälter aus verzinktem Eisenblech

 

 

1954

Berlin (West) Innerstädtische Deponien: Wannsee (1954 - 1982), Lübars, Marienfeld, Rudow

In Berlin (Ost) wird Herr Kranz als neuer Direktor eingesetzt.

In Bad Suderode wird das Betriebsferienheim nach seiner Instandsetzung wieder der Nutzung übergeben. Eine Betriebsdelegation fährt zum Erfahrunsgaustausch nach Moskau.

1953

Berlin (West): 23. November Der Senat überträgt der Stadtreinigung die Aufgabe der Tierkörperbeseitigung. Bis 1956 werden die Kadaver auf den Kehrichtabladeplätzen verscharrt.

Berlin (West): Einsatz von Planierraupen zur Verdichtung des Mülls auf den Abladeplätzen.

Berlin (Ost): die ersten 110l-Gefäße aus der CSR werden eingesetzt. Die "BZ am Abend" berichtet am 30.Juli, dass die Müllabfuhr mit ihren 199 Pferden noch heute der größte Pferdefuhrhof in Berlin sei.

 

 

1952

Berlin (West):  Entscheidung, neue Tonnen in vier Größen für 110, 90, 60 und 30 Liter als Ersatz für den Berliner Kasten (200l) und diverse andere Tonnensysteme einzuführen. Die Umstellung dauerte bis 1958. Die letzten Müllkästen wurden 1965 abgeschafft.

In Berlin (Ost) erfolgt die Leistungserbringung von den Bezirkshöfen I Holzmarktstr. Mitte), Bezirkshof III Charlottenburger Str.(Weißensee), Bezirkshof IV Wilhelmstr. (Friedrichsfelde) und Bezirkshof IVa Vereinsstr. (Johannisthal); zur Müllabfuhr gehören die Fuhrhöfe I Mühlenstr., IV Malmöer Str., IX Spindlersfeld;

In Berlin(Ost) wird die Fäkalienabfuhr mit 3m³-Fahrzeugen als Dienstleistung als Leistung der Großberliner Straßenreinigung und Müllabfahr neu angeboten.

 

 

1951

In Berlin (West) erfolgt zum 1. April der Umzug der Hauptverwaltung in die Ringbahnstraße 96 (Tempelhof), es erfolgt die Gründung der „Berliner Stadtreinigung“ (BSR), zuständig für die Straßenreinigung und Müllabfuhr in den Westsektoren von Berlin.

Abladestellen in Berlin (West): Ziegrastraße (Neukölln), Bergstraße/Munsterdamm (Steglitz), Kemperplatz (Tiergarten), Humboldthain (Wedding)

Abladestellen Berlin (Ost): Vorketzin, Schöneicher Plan, Bergerdamm, Caputh.

1950

In Berlin (West) werden 995.000 m³ Hausmüll eingesammelt. Die Bahnverladung von Berlin (West) nach Schöneicher Plan von September 1949 bis Juni 1952 wird über die Bahnverladestelle Monumentenbrücke abgewickelt.

1940 - 1949

1949

In Berlin (West) Umzug der Verwaltung in die Kirschenalle 1 (Charlottenburg); Beim Aufbau seiner neuen Verwaltung in der Charlottenburger Kirschenallee stützte sich Direktor Erdmann nur zum Teil auf ‚alte‘ Mitarbeiter aus der Poststraße. So übernahm Horst Kawlath, auch hier die Leitung des Betriebs der Straßenreinigung. Bernhard Linke (geb. 1893) wurde neuer Betriebsleiter der Müllabfuhr, Heinz Griesch (geb. 1908) wird Verwaltungsdirektor, Alfred Hönicke (geb. 1899), wird Leiter der Finanzabteilung;

Als Erdmann Ende März 1949 in den Ruhestand ging, wird Griesch zu seinem Nachfolger, der die Geschicke der West-Berliner Stadtreinigung noch bis 1961 leitete;

Die Verwaltung in Berlin (Ost) verbleibt in der Poststr. 13/14;

In Berlin (Ost) werden ca. 27.800 Grundstücke entsorgt, dafür stehen 70 Staubschutzwagen mit 160 Pferden und 6 motorgetriebene Fahrzeuge zur Verfügung, die von den Fuhrhöfen Malmöer Str., Mühlenstr. und Oberspreestr. aus eingesetzt werden.  

1948

Berlin (West): Organisation einer Clean-Up-Campaign im Amerikanischen Sektor;

Ab Ende November Vorbereitung zu Organisation der Stadtreinigung in den Westsektoren von Berlin, am 1. Dezember 1948 traf sich die ‚West-Gruppe‘ um Direktor Erdmann in einem Bürogebäude in der Jebenstraße am Bahnhof Zoo, um über den Aufbau einer eigenständigen West-Berliner Stadtreinigung zu beraten; die provisorische Verwaltung für die Westbezirke entsteht in der Spielhagenstraße (Charlottenburg);

Die Blockade führte dazu, dass der in Berlin (West) anfallende Müll sämtlich auf Kiesgruben und Ödland innerhalb Berlin (West) abgelagert werden muss. Schließlich waren bis zum Jahr 1958 schon 33 Abladeplätze für Müllablagerung angewiesen. Große Abladeplätze befanden sich an der Teufelsseeschaussee (Teufelsberg), am Diedersdorfer Weg (Marienfelde), an der Waßmannsdorfer Chaussee (Rudow), in der Quickborner Straße (Lübars) sowie im Jagen 76 in Wannsee. Kleinere Abladeplätze hatte man (bis 1958) in Lichterfelde, Tempelhof, Zehlendorf, Reinickendorf, Kladow, Rudow, Britz, Wittenau, Schöneberg, Hermsdorf, Charlottenburg und Heiligensee geschaffen. Der größte Abladeplatz war bis 1958 der Rohbruch in Haselhorst mit einem Fassungsvermögen von 1,5 Millionen m³.

Der Müll aus Berlin (Ost) wird weiterhin im Umland auf den vorhandenen Deponien entsorgt. Als Direktor wird Georg Thiele eingesetzt.

1946

Im Frühjahr werden etwa 20 % des Berliner Hausmülls durch die Müllabfuhr entsorgt. Am 16. März ergeht der Beschluss der Alliierten Kommandantur zur Neuregelung des Müllabfuhrdienstes nach der „auf dem Hof des Grundstückes eine Grube von mehr als 1m Tiefe für die Aufnahme des Mülls und des sonstigen Hauhaltungsunrates auszuheben“ sei)
Am 13. April ergeht eine Polizeiverordnung zur Umsetzung des Beschlusses zur Anlage von Müllgruben auf den Grundstücken, weil "eine geregelte Müllabfuhr im gesamten Stadtgebiet noch nicht möglich ist."  Auf der Grundlage des Befehls BK/0(46) 181 vom 23.April wird der Direktor Leopold aus seinem Amt als Leiter der Abteilung für Müllabfuhr entlassen und  Gustav Erdmann wird wieder Direktor der Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr (siehe 1933) Die Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr beschäftigt ca. 1.200 Mitarbeiter

1945

Am 23. Mai ergeht der Befehl Nr. 21 der sowjetischen Militäradministration: "…alle Anordnungen zur Müllbeseitigung und zur Sauberhaltung der Straßen und Häuser nach besten Kräften zu befolgen, um keine Infektionsherde entstehen zu lassen." Am 27. August verfügt die Alliierte Kommandantur die Bildung einer zentralen Verwaltung für die Stadtreinigung und Müllabfuhr als „Stadtreinigungs- und Fuhramt, aus dem dann zum 1. Oktober die „Groß-Berliner Straßenreinigung und Müllabfuhr“ hervorgeht, sie übernimmt nun auch die Leitung der Entsorgung der Bezirke 7-20 (siehe 1929). Damit entsteht erstmals in Berlin eine einheitliche Verwaltung der Straßenreinigung und Müllabfuhr für ganz Berlin, die als Abteilung beim Magistrat angesiedelt ist.

Erster Direktor wird der seit 1935 bei der MBA als Sachbearbeiter tätige Wilhelm Leopold (geb. 1898), der aber nicht nur für die Müllabfuhr, sondern auch für die Straßenreinigung verantwortlich zeichnete. Ihm zur Seite stand Heinz Achtenhagen als Technischer Direktor, der neu in den Dienst der Stadtreinigung eingetreten war. Der seit 1909 als Depotleiter der Straßenreinigung tätige Horst Kawlath (geb. 1878) avancierte zum Betriebsleiter der Straßenreinigung. Sein Pendant auf Seiten der Müllabfuhr wurde der  Georg Thiele (geb. 1895),

Für die Trümmerbeseitigung werden Notdeponien eingerichtet: U-Bahnschacht Theodor-Heuss-Platz, Schächte im Tiergarten für die geplante Stettiner Bahn; Trümmerberge entstehen: Teufelsberg, der Insulaner, die Humboldthöhe, Kaulsdorf und Wannsee.

Der Fuhrpark besteht aus 332 pferdegezogenen Staubschutzwagen, für die aber nur 14 Pferde zur Verfügung stehen, dazu gibt es 35 motorisierte Fahrzeuge, aber kein Treibstoff;

1930 - 1939

1938

Die Städtische Straßenreinigung und Müllbeseitigungsanstalt umfasst folgende Technik:

Straßenreinigung:   122 Waschmaschinen, 59 Kewhrmaschinen, 74 Sprengwagen, 11 Schlepper, 655 Spezialfahrzeuge

Müllabfuhr:    140 motorisierte Fahrzeuge (dav. 84 Elektro-Fzg.) , 392 Pferdemüllwagen, 121 Pferde, 210.525 Müllgefäße

 

 

 

1937

Zum 10. März ergeht eine neue Polizeiverordnung zur Müllabfuhr.

Ab August: Abfallverwertungskampagne im Rahmen des Vierjahresplans - Aufruf an die Berliner zur Erfassung der Alt- und Abfallstoffe für die Wiederverwertung.

1936

Zum 21. Oktober ergeht die Polizeiverordnung über die Straßenreinigung.

Die Technik umfasst schon u.a.: 116 Straßenwaschmaschinen, 63 Straßenkehrmaschinen, 73 Sprengwagen, fünf Gullywagen, 48 Kehrichtabfuhrwagen, 10 Schlepper, 35 LKW, 5 Gullywagen, 4 Gullyschlammwagen, 3 Elektrokarren, 7 PKW, 89 Hänger, 363 Schneepflüge, 292 Bespannungsfahrzeuge und 2.696 Handfahrzeuge;

Am 19. Dezember tritt die neue Satzung über die Städtische Müllbeseitigung in kraft.

Ein "Vierjahresplan" sieht die vollständige Wiederverwertung des Mülls als kriegswichtige Aufgabe vor.

Eine Schiffsverladestelle zum Mülltransport ins Golmer Luch wird in der Helmhotzstraße eröffnet. Sie ist zu dem Zeitpunkt die modernste in Europa.

1935

Ab 1. April erfolgt die Umwandlung der BEMAG in eine kommunale Dienststelle als „Städtische Müllbeseitigungsanstalt“.

Einführung des Kastenumleersystems in allen Berliner Bezirken, außer Wilmersdorf, Grunewald und Schöneberg. Hier wurde noch das Wechseltonnensystem eingesetzt.
Der Wagenpark der BEMAG bestand aus:

  • 386 Pferdewagen „Staubschutz“
  • 64 Automobilen „Krupp“+“KUKA“
  • 85 Elektromobilen

Die ersten Meliorationsversuche zur Urbarmachung von Sumpfgelände und sauren Wiesen
in Mittenwalde-Ost wird eine Wiese 1,5 - 2 m hoch mit Müll beschüttet.

1934

Ein Staubarmes Entladungsverfahren über Schiffe (Zillen) wird am Teltowkanal in Lichterfelde erprobt. Gründung der Firma "Müllkultivierung .V.", die den Transport der Hälfte des Berliner Mülls ins Golmer Luch organisierte. 

Dem Protokoll der Sitzung vom 11. Mai 1934 isst zu entnehmen, dass der Aufsichtsrat der BEMAG den (ehem. SS-Oberführer) Kaufmann Fritz Karl Engel „einstimmig“ zum Vorstandsmitglied und Direktor der Gesellschaft wählte.

1933

Am 13. April ergeht der „Erlass der Satzung über die Straßenreinigung.

Am 20. März 1933 wurde der Sozialdemokrat Gustav Erdmann, Direktor des Stadtreinigungs-und Fuhramtes (SRF) und Vorstandschef der BEMAG, „bis auf weiteres beurlaubt“

1932

Die Verwaltung der Straßenreinigung erfolgt durch das "Stadtreinigungs- und Fuhramt", das dem Oberbürgermeister unterstellt war. Die Abteilung I Müllbeseitigung dieser Behörde organisierte die Müllabfuhr, die damit die private BEMAG beauftragte. 1,75 Mio. m² Müll werden in Berlin von den 4.273.701 Einwohnern eingesammelt und entsorgt

1931

Zum 1. April Abschluss der Verschmelzung der bezirklichen Müllbetriebe mit der BEMAG: zuletzt wurden die Betriebe von Spandau und Wilmersdorf, sowie die Schöneberger Müllindustrie AG (MÜAG) integriert. Die BEMAG war nun für ganz Berlin zuständig und unter einheitlicher kommunaler Verwaltung. Am 16. Juni tritt die „Allgemeine Arbeitsordnung bei der BEMAG“ in Kraft.

1920 - 1929

1929

Die geplante (Re-)Zentralisierung der Straßenreinigung: kommt nicht zustande, nur die sechs Innenstadtbezirke werden zusammen geführt. Sie unterstehen dem Stadtreinigungs- und Fuhramt. Die Bezirke 7-20 bleiben bis nach 1945 selbständig. Dort untersteht die Straßenreinigung dem jeweiligen Tiefbauamt. Das Depot V am Dahlemer Weg wird erweitert und es entsteht die Verladestelle Lichterfelde Süd.

1928

Erster Einsatz von Baggersaugwagen zur Gullyreinigung

1927

Übernahme der Aktienmehrheit an der BEMAG durch das Land Berlin. (Siehe auch BEMAG-Skandal 1925)
Mülltransport mit der Eisenbahn nach Blankenfelde, Vorketzin, Schöneicher Plan, Berger Damm und Caputh;

Die Depots der BEMAG sind: I Mühlenstr., II Monumentenstr., III Helmholtzstr., IV MArienburger Weg, V Dahlemer Weg.

Die Müllverladestellen auf die BAhn befanden sich: I Mühlenstr., II Monumentenbrücke, III Beußelbrücke, IV Behmbrücke,

Am 20.12. wird das 1200 m² große Grundstück Burgstr. 2 / Poststr. 13/14 von der BEMAG käuflich erworben.

1926

Erste Versuche mit selbstaufladenden Kehrmaschinen werden bei der Straßenreinigung unternommen.

Der Urlaubsanspruch von Straßenreinigungsarbeitern beträgt jetzt: 17 Tage nach fünf Dienstjahren, 28 Tage nach zwanzig Jahren.

1925

BEMAG-Skandal: undurchsichtige Bankgeschäfte mit unrechtmäßigen Überschüssen der Gesellschaft, Verquickung der Interessen der Hauptgesellschafter – der Fuhrunternehmer Gustav Schultz und Lettow, Viktoriapark AG – die gleichzeitig Auftraggeber als Direktoren der BEMAG und Auftragnehmer waren. Erster Einsatz elektromotorgetriebener Müllfahrzeuge.

Der Müllanfall beträgt 1.286.000 m³.

Es gab Probleme mit den unterschiedlichen Müllgebühren in der Stadt und erst im neuen Ortsgesetz vom 3. Juli 1925 wurde festgelegt, dass die Gebühren fortan nach dem Fassungsraum der Müllgefäße und der Anzahl der Gefäßentleerungen zu berechnen seien.

1924

Ab 1. April wird die Reform der Straßenreinigung wirksam: Dezentralisierung der Verwaltung und des Betriebes.

 

Gustav Erdmann übernimmt am 1. Dezember 1924 die Leitung des Stadtreinigungs- und Fuhramts und vereinigt fortan auch die Dienstgeschäfte der Abteilungen I (Müllbeseitigung) und II (Straßenreinigung) in seiner Hand. Dazu gehörte auch die Leitung der Berliner Müllabfuhr AG (BEMAG).

Einsatz von motorbetriebenen Müllwagen („Krupp“, „KUKA“, "Drago") zum Transport auf entfernte Verladestellen;

Die großen Mülldeponien bafanden sich in Blankenfelde, Vorketzin, Schöneicher Plan, Bergedamm, Caputh und Päwesin.

1923

Ab 1. April gilt das „Ortsgesetz über die Straßenreinigung in Berlin“
Die Kosten müssen nun die Grundbesitzer übernehmen („Reinigungsabgabe“), Der Reinigungstarif wird nach Straßenfrontmetern berechnet
Zum 1. März tritt das „Ortsgesetz, betr. der Müllbeseitigung in Berlin“ in Kraft.
In Schöneberg wird die „Müllindustrie AG“ (MÜAG) durch den Unternehmer Kurt Gerson gegründet. Ziel ist die Herstellung von Produkten aus Müll: besonders Platten, Mauersteine, Müllwolle ("Gersonsche Müllwolle").

Der städt. Straßenreinigung wird durch Schenkung eine Pension in Bad Suderode übereignet. Das Haus wird ein Erholungsheim für die Mitarbeiter.

1922

Zum 1. Oktober erfolgt die Selbstauflösung der „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“ (WG)
Am 14. Oktober erfolgt die  Gründung der „Berliner Müllabfuhr-Aktiengesellschaft“ (BEMAG).
90% der Straßenreiniger sind Mitglied im freigewerkschaftlichen „Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter“

1921

Der Probebetrieb einer Müllverbrennungsanlage in Schöneberg wird aufgenommen. 1924 wird sie wegen dem schlechten Brennwert des Berliner Mülls und der daraus folgenden Unwirtschaftlichkeit wieder geschlossen. 

1920

Vereinheitlichung der Verwaltungsorganisation: „Stadtreinigungs- und Fuhramt“ (später Hauptreinigungs- und Fuhramt) wird gebildet. Hauptabteilungen: I Müllbeseitigung, II Straßenreinigung, III Fuhrwesen, Geschäftsstelle Berlin C2, Burgstraße 1-2, später Poststraße 13/14 (gleicher Gebäudekomplex, vorher Verwaltung der „Wirtschaftsgenossenschaft“, später die Verwaltung der Stadtreinigung Berlin-Ost)
In die Hauptabteilung I gingen sofort die Müllabfuhrbetriebe der bisherigen Vorortbetriebe mit Anschlusszwang über: Charlottenburg, Neukölln, Schöneberg, Wilmersdorf und Treptow, die Betriebe ohne Nutzungszwang in Spandau, Zehlendorf, Tempelhof und Lichtenberg, sowie die Unternehmerbetriebe von Mitte, Wedding, Tiergarten, Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Steglitz, Reinickendorf, Pankow und Köpenick (siehe auch Hofmeister-Lemke III. 8.2). 

Eingliederung von acht Städten, 59 Gemeinden und 27 Gutsbezirken zu Groß-Berlin ab 01.Oktober. Berlin hat nun 3.858.000 Einwohner.

Zwei Arbeiterräte (Betriebsräte) waren für die 1900 männlichen und 200 weiblichen Beschäftigen derStraßenreinigung zuständig.

1910 - 1919

1919

Kommunalisierung der Müllabfuhr in Schöneberg; Beschluss der Stadt Schöneberg, eine Müllverbrennungsanlage am Königsweg (heute Naumannstraße) zu bauen („Vesuvio-AG-Patent)
15.4. Ausschuss zur Vorbereitung der Kommunalisierung der Müllabfuhr in Berlin
Am 7. März erster Tarifvertrag zwischen Magistrat und Gewerkschaft (u.a. Gemeindearbeiterverband). Der dreimonatige Müllarbeiterstreik führt zum Müllchaos in der Stadt.

1917

Kommunalisierung der Müllabfuhr in Neukölln

1915

In Berlin wird das Zweiteilungssystem des Hausmülls nach englischem Vorbild eingeführt: die Küchenabfälle werden getrennt gesammelt.
Der „Verein Berliner Molkereibesitzer“ hat sich gegenüber dem Magistrat verpflichtet, die Abfuhr der Küchenabfälle zu übernehmen.

Der Fuhrunternehmer A. Tabbert unternahm Versuche zur Müllmelioration in Spreenhagen. Während des Ersten Weltkrieges wurden dort zwischen 1915 und 1918 durch Kriegsgefangene Gemüsefelder angelegt.

In diesem Jahr wird begonnen, den Wilmersdorfer See mit Hausmüll zuzuschütten.

1914

Die „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“ entsorgt ca. 90% der Berliner Häuser vom Müll.
Die Reinigungsfläche beträgt: 11.338.000 m²

1913

Eine „Gesellschaft für Müllverwertung“ errichtet in Bötzow eine Sortieranlage für Berliner Müll. Der Müll wird über Siebtrommeln sortiert. Im Krieg (1916) muss die Anlage wegen Arbeitskräftemangel wieder schließen.

 

In großem Maßstab betrieb der Domänenpächter Arthur Schurig die Müllmelioration bis Anfang der 30er Jahre. 1907 begann er auf dem Gut in Etzin (westlich von Wustermark) mit den Charlottenburger Speiseabfällen, die nach dem Ausbruch der Schweinepest in Seegefeld nicht mehr verfüttert werden konnten. In der Nähe von Markee und Päwesin befanden sich schon sehr fruchtbare Müllhalden. Anfangs verwendete Schurig kompostierten und später frischen Berliner Müll. Zur Kompostierung wurde der Abfall in Halden auf einer Fläche von 20 ha aufgebracht. Um 1913 kamen pro Monat etwa 500 Waggons mit grobsortiertem Charlottenburger und unsortiertem Berliner Müll nach Röthehof, wo er fünf bis sechs Jahre gärte.

Die Berliner Straßenreiniger erreichen als erste (mit denen aus Kaiserslautern) den Achtstundentag. Lohn zwischen vier und fünf Mark pro Tag. Damit gehören die Straßenreiniger zu den bestbezahlten Arbeitern in Berlin

1912

1. Juli tritt das „Gesetz über die Reinigung öffentlicher Wege“ (Wegereinigungsgesetz) für Berlin in Kraft, Kosten für die Straßenreinigung aus Steuermitteln
Berlin hat ca. 2.083.000 Einwohner
Der Urlaubsanspruch von Straßenreinigungsarbeitern beträgt jetzt: 7 Tage nach fünf Dienstjahren, 10 Tage nach zwanzig Jahren

1910

Das Hauptdepot I, Fahrzeugdepot I, Ladestation I Persiusstraße 7-8 entsteht. Abladeplätze für Hausmüll außerhalb Berlins sind in Blankenfelde, Vorketzin, Schöneicher Plan, Bergerdamm, Caputh. Innerhalb der Stadt: Schillerpark, Humboldthain, Wilmersdorfer See, Lichterberger Teich, Havelufer bei Kladow, Tempelhofer Feld
850.000 m² Müll fällt in Berlin an. Davon werden 210.000 m² nach Spreenhagen (erste städtische Mülldeponie) verbracht.
Einrichtung von heizbaren Mannschaftsräumen mit Öfen und Wannen- sowie Brausebädern in den Depots der Straßenreinigung. Neun Lohngruppen: zwei für Vorarbeiter, vier für Arbeiter und drei für Arbeitsburschen. Gründung einer Jugendsektion des Gemeindearbeiterverbandes für die Arbeitsburschen der Straßenreinigung.

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1909

Die Fahrzeugdepots IV Fröbelstraße; Ladestation II Georgenstraße; Ladestation III Hannoversche Straße 21-21; Ladestation IV Lüneburger Straße; Ladestation V Urbanstraße 123; Ladestation VI Putlitzbrücke; Ladestation VII Dirksenstraße entstehen.

1908

Die ersten elektrisch betriebenen Straßenwaschmaschinen werden eingesetzt. In der Müllabfuhr werden elektrisch betriebene Abfuhrfahrzeuge (Elektromobile) verwendet. 

1907

Kommunalisierung der Müllabfuhr in Charlottenburg, Einführung der Getrenntsammlung und Bau einer Müllverbrennungsanlage für die Sortierreste.
In Charlottenburg wird am 1. April die Mülltrennung per Polizeiverordnung eingeführt. Die „Dreiteilung-Allgemeine Müllverwertungsgesellschaft mbH“ Charlottenburger Abfuhrgesellschaft (CHA) organisiert die Getrenntsammlung des Hausmülls. Beauftragt vom Charlottenburger Magistrat soll sie die gesamte Müllentsorgung für Charlottenburg übernehmen. Entsprechende Sammelgefäße (1902 patentiert) werden in den Haushalten aufgestellt. Die Trennung wird nach drei Abfallgruppen vorgenommen: Asche, Küchenabfälle und Gerümpel. Die Abladestellen der Abfälle aus dem Dreiteilungssystem sind: Asche und Kehricht nach Röthehof, Küchenabfälle und Gerümpel nach Seegefeld. 1917 wurde das System wegen zu großer Verluste wieder eingestellt.

1906

Ein bezahlter Urlaub für Müllabfuhrarbeiter wird eingeführt (nach drei Jahren Tätigkeit: drei Tage, nach fünf Jahren: eine Woche)

1905

Übernahme der Betriebe „Hermann Scheller“ und „Berliner Abfuhrgesellschaft“ durch die „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“.

1904

Verordnung zum staubfreien Mülltransport in Eisenbahnwaggons ab 1. Oktober.

Übernahme der „Staubschutz AG“ durch die „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“.

Die Müllumladestationen für den Bahntransport an der Schlesischen Bahn (Mühlenstraße, Friedrichshain), an der Anhalter Bahn (Monumentenbrücke, Schöneberg), an der Lehrter Bahn (Beusselbrücke, Moabit) und an der Nordbahn (Behmbrücke, Prenzlauer Berg) entstehen.

Die Sektion des Gemeindearbeiterverbandes bei der Straßenreinigung wird installiert; Großer Müllarbeiterstreik in Berlin: erster Tarifvertrag mit den Müllabfuhrunternehmen. Die Zahl der Touren pro Tag und Zahl der entleerten Behälter pro Tour werden vereinbart.

1903

Einsatz von Schrubbermaschinen zur Reinigung des Asphalts.
Gründung des Vereins „Gemeinnützige Abfallverwertung". Ziel war es, durch das Dreiteilungssystem (Getrenntsammlung) den Müll besser zu verwerten.
Am 1. Februar tritt die erste Arbeitsordnung für die Straßenreinigung in Kraft. In Charlottenburg werden die Arbeitsburschen wieder abgeschafft.

1902

Einführung eines regulären Urlaubsanspruchs für die Arbeiter der Straßenreinigung. Einrichten von Arbeiterausschüssen (Vorform der Betriebsräte).

1901

Um 1901 beherrschen vier große Unternehmen den „Berliner Müllmarkt“: „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“ (WG), die „Firma Bruno Röhrecke“, die „Staubschutz G.m.b.H.“ sowie die „Vereinigten Müllabfuhrunternehmer“. Dabei euntsorgt die Wirtschaftsgenossenschaft ~7.000 Häuser mit ca. 10.000 Müllkästen.

Am 5. März verbietet der Regierungspräsident von Potsdam die Abfallablagerung aus Berlin in seinem Regierungsbezirk.

Die städt. Straßenreinigung verfügt über 50 Kehrmaschinen und 185 von Pferden gezogene Sprengwagen.

1900

210.000 Tonnen Müll (ein Drittel der Gesamtmenge) werden nach Spreenhagen verbracht. Mülltransporte mit der Eisenbahn gehen nach Bötzow bei Nauen.

Die öffentlichen Bedürfnisanstalten werden der städt. Straßenreinigung unterstellt.

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1899

Versuch der Gesellschaft „Müllschmelz" mit einem „Berliner Müllschmelzofen" in der Gitschiner Straße 15 den Müll zu schmelzen und damit zu reduzieren und keimfrei zu machen. Der Versuch scheitert an den Kosten: 17 Mark pro Tonne Müll.

1898

Der Regierungspräsident verfügt ein Verbot der „wilden“ Ablagerungen im Stadtkreis von Berlin, Müllabladeplätze müssen jenseits bestimmter Bannmeilen angelegt werden.

1897

Es gibt erste Versuche zur Müllmelioration auf den Spreewiesen zwischen Charlottenburg und Spandau. Gewerkschaft: Arbeiter der Straßenreinigung: Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter

1896

Als Alternative zum Umleerverfahren mit den Berliner Kästen wird ein Wechselbehältersystem entwickelt. Der Vorsitzende des Grundbesitzervereins Röhrecke bietet an, das bereits in Moabit erprobte System der Müllabfuhr (Wechseltonnensystem) auf Berlin auszudehnen.
Die erste elektrische Straßenbahn fährt in Lichterfelde.  Es existiert ein Verein Berliner Straßenreiniger (Hirsch-Dunckerscher Gewerkverband – Gründung unbekannt)
Die WG setzt „Schaffner“ zur Beaufsichtigung der Müllwagen ein. Tourenlisten werden ausgegeben und die Entleerungen vermerkt.

 

1895

Am 30. Januar schlägt die Geburtsstunde der staubfreien Müllabfuhr in Berlin. In einem Erlass des Polizeipräsidenten wird festgelegt: der Mülltransport muss staub- und geruchsfrei und in geschlossenen Behältern erfolgen. Als Sammelbehälter für das Umleersystem werden „Berliner Müllkasten“ mit 200 l Fassungsvermögen eingeführt. Sie sind zunächst aus Eisenblech, später verzinkt. Bis 1966 sind diese Sammelbehälter in Kreuzberg/Tempelhof in Anwendung. Dadurch gibt es eine grundlegende Änderung der Organisation und Technik der Müllabfuhr: Die Geburt des Berliner „Müllkutschers“.

Die Müllumladestationen Holsteiner Ufer und Schleswiger Ufer entstehen für den Schiffstransport.
Erster Vorschlag für ein Getrenntsammelsystem des Hausmülls. 

Es gab weitere Versuche mit einer Müllverbrennungsanlage, die 1894 am Stralauer Tor errichtet wurde, die 1895 bereits wieder eingestellt wurde,

 

 

1894

Zur Ablagerung des Mülls aus Berlin wird ein 90 ha großes Grundstück bei Spreenhagen bei Fürstenwalde erworben. Die ersten Müll-Schiffstransporte verlassen Berlin von der Verladestelle Stralauer Chaussee Richtung Oder-Spree-Kanal.
Die „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer (WG)“, die u.a. eine staubfreie Müllabfuhr in Konkurrenz zu anderen Fuhrunternehmen organisieren will, wird gegründet.

1893

Der Stadtreinigungsdirektor Schloßky schlägt ein Müllsacksystem zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen vor. Der Charlottenburger Stadtbaurat Kinsbrunner entwickelt ein Verfahren zur staubfreien Müllabfuhr, das Staubschutzsystem. Die „Staubschutz-GmbH“ setzt als erste den „Staubschutzwagen“ ein.

Die Mülltonne, ein eckiger Kasten aus Eisenblech, wurde seitlich in den Abfuhrwagen entleert, dessen Einschüttöffnung erst freigegeben wurde, wenn sich der Kasten genau auf ihr befand.
Erste Versuche zur Müllverbrennung beginnen in einer Anlage am Stralauer Tor 36. Der Versuch läuft bis Mai 1896.
Am 14. Juli tritt in Preußen das Kommunalabgabegesetz in Kraft. Damit dürfen die Gemeinden Beträge für die Straßenreinigung und Gebühren für die Müllbeseitigung erheben.
In diesem Gesetz steht auch eine Beschreibung dessen, was zum Hausmüll zählt: Feuerungsrückstände also Asche und Schlacke, sowie Küchenabfälle und Hauskehricht.

1892

Einrichtung einer „Betriebskrankenkasse der Straßenreinigung“ durch die Stadt Berlin.

1891

In Berlin fallen 700.000 m² Müll an.
20.200 Grundstücke sind bereits an die allgemeine Kanalisation angeschlossen.

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1887

Die Gemeindemüllplätze befinden sich: Stralauer Anger (heute Osthafen), Landsberger Allee (Friedrichshain), Müllerstraße (Wedding)

1886

Drei Müllabladeplätze werden durch den Magistrat eingerichtet, die Verwaltung obliegt der Straßenreinigung.

1884

Straßenreinigungsarbeiter gründen den Krankenunterstützungsverein als Krankenkassenersatz.

1881

Der "Gemeinde-Verwaltungsbericht" vermeldet, dass die neuorganisierte Verwaltung des städtischen Reinigungswesens es geschafft hätte, Berlin zu einer der saubersten Städte der Welt zu machen.

 

 

1880

Über 60 Fuhrunternehmer sammeln den Hausmüll in der Stadt und transportieren ihn ins Umland.

Beginn des Einsatzes von Arbeitsburschen („Asphaltburschen“), die für die Beseitigung des Pferdemists auf den Straßen zuständig waren. Meist Jugendliche ab 14 Jahren, die sehr schnell (behend) hinter den Pferden den Dung einsammelten, um den nachfolgenden Verkehr nicht zu gefährden.

»»»Am 15. Juni 1875 eröffnete die Große Berliner Pferde-Eisenbahn die Pferdebahn-strecke vom Dönhoffplatz   in   Berlin nach Tempelhof. Der Betriebshof V wurde am 12. Oktober 1875 in Betrieb genommen. Er war über eine Betriebsstrecke in der Kaiserin-Augusta-Straße mit der regulär genutzten Strecke im Zuge des Tempelhofer Damms verbunden. Auf dem 6780 Quadratmeter großen Grundstück hatten im Jahr 1888 insgesamt 42 Wagen und 204 Pferde eine Unterstellmöglichkeit.

Die Neue Berliner Pferdebahn besaß z.B. 1897 insgesamt 177 Wagen und 939 Pferde für ihr 34km langes Streckennetz!

Zur Beachtung: ~1000 Pferde machen ~1000 Wassereimer voll Mist pro Tagt, das sind ~ 10.000 l oder ~10m³, also zwei große Pferdewagen sehr voll mit Mist. Pro Tag! Und es waren mehr als nur diese Fuhrwerke in der Stadt unterwegs… Das ist eine Aufgabe der Straßenreinigung…

 

 

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1879

Es gibt eine pauschale (tarifliche) Unterscheidung zwischen Vorarbeitern und Arbeitern.

1878

Die Straßenreinigungsleistungen werden teilweise privatisiert  („Entreprise“). Der gesamte Pferdefuhrpark wird an zwei Fuhrunternehmer verkauft. Damit wird auch die Beseitigung des Kehrichts in Abfuhrverträgen an die Fuhrunternehmer vergeben. In der Folge landet der Kehricht auf „wilden“ Deponien. Vergabe der Bespannung und Unterhaltung der Kehrmaschinen (30) und Sprengwagen (84) an Privatunternehmer.

1877

Berlin hat über eine Million Einwohner.

1876

Die Reinigungsfläche beträgt 4.800.000 m². Für die Arbeit werden neben den manuellen Reinigern 84 Sprengwagen und 30 pferdegezogene Kehrmaschinen eingesetzt.

Die Straßenreinigung beschäftigte nun 972 Mitarbeiter: Direktor Schloßky, 1 Inspektor, 96 Vorarbeiter, 600 Arbeiter 1.KLasse, 70 Arbeiter 2.KLasse, 200 Arbeitsburschen und 6 Depotarbeiter.

Die Arbeitszeit begann um Mitternacht und endete morgens um 08:00 Uhr.

Die Statistik belegt, dass jährlich 48.283 Reisigbesen und 14.150 Piassavabesen verbraucht wurden.

1875

Am 27. September ermächtigt Kaiser Wilhelm I. durch eine allerhöchste Kabinettsorder die Stadtgemeinde Berlin, eine eigene Straßenreinigung durchzuführen.

Ab 1. Oktober wird danach die komplette Straßenreinigung in kommunale Verantwortung übernommen („Kommunalisierung“). 512 Straßenreiniger sind in 83 Kehrbezirken unterwegs. Zusätzlich arbeitet eine Hydrantenkolonne mit 25 Mann nur für die Spülung der Rinnsteine. Bei der Straßenreinigung wird die Nachtarbeit eingeführt. Der Einsatz von Reinigungsmaschinen (Kehrmaschinen) wird verstärkt, um  Personal einzusparen. Einführung der Abwasserkanalisation in Berlin.

Die Straßenreinigungsarbeiter waren bei der Stadt angestellt und quasi in beamtenähnlicher Situation, Arbeiter der Müllabfuhr nicht. Auch deshalb entwickelten sich völlig unterschiedliche Interessenvertretungen. Bei der Straßenreinigung gab es einen 48-Stunden-Dienst und ihr oblag neben der Stzraßenreinigung auch die Reinigung der Entwässerungskanäle, der Springbrunnen und der Trottoirs.

Die Straßenreinigungsdeputation (vier Stadträte und acht Stadtverordnete) übernahm die Aufsicht über die Straßenreinigung. Die Belegschaft: ein Direktor, ein Inspektor, acht Oberaufseher, 24 Aufseher, 96 Vorarbeiter, 600 Arbeiter 1. Klasse, 70 Arbeiter 2. Klasse, 200 Arbeitsburschen, sechs Depothandwerker.
Tageslöhne: Vorarbeiter 3,75 Mark, Arbeiter 3,25 Mark, Arbeitsburschen 1,60 Mark.

Mit diesem Datum wird im allgemeinen die Geburtsstunde der Berliner Stadtreinigung verbunden.

1872

Rudolf Virchow veröffentlicht einen Bericht zur Kanalisation in Berlin. Dort wird die bisher geübte Praxis des Einleitens der Fäkalien in die Spree verworfen und eine Kanalisation vorgeschlagen.

1871

In Berlin fallen in diesem Jahr 340.000 m² Müll an.
Berlin hat ca. 826.000 Einwohner

1870

Für die Straßenreinigung werden das Fahrzeugdepot II, Urbanstraße; und das Fahrzeugdepot III Lüneburger Straße eingerichtet.

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1867

Eine Polizeiverordnung zur „staubfreien“ Müllabfuhr wird erlassen.

1865

Erste Pferdeomnibusse und Pferdebahnen tauchen im Straßenbild auf.

1861

In diesem Jahr sind 360 Straßenreiniger („Spritzenmänner“) in zwölf Aufseherabteilungen mit 55 Kehrbezirken im Einsatz.
„Spritzenmänner“ waren Tagesarbeiter I. Klasse mit achttägiger Kündigungsfrist. Bei Engpässen (z.B. Winterdienst) wurden Tagesarbeiter II. Klasse mit täglicher Kündi-gungsfrist eingestellt.
Eingemeindung der Vororte Kreuzberg, Tiergarten, Wedding.

1857

Eine Straßenreinigungsdeputation wird vom Magistrat bestimmt.

1856

Das erste zentrale Wasserwerk entsteht vor dem Stralauer Tor.

1855

Berlin hat 461.288 Einwohner

1851

Der Magistrat von Berlin beschließt, die Feuerwehr, die Straßenreinigung und das Nachtwachwesen gemeinsam zu verwalten. Das scheitert aber zunächst am Polizeipräsidenten Karl Ludwig Friedrich von Hinckeldey, der eine Einschränkung der Staatsgewalt befürchtet. Darauf stellt der Magistrat seine Forderung zurück und beauftragt das Polizeipräsidium mit der Straßenreinigung (und der Feuerwehr und des Wachwesens) für fünf Jahre. Praktisch wird die Straßenreinigung damit vom Branddirektor der Stadt, Carl Ludwig Scabell, beim Polizeipräsidenten organisiert.

1849

Berlin hat 410.726 Einwohner

1848

Nach dem erfolgreichen Versuch einer städtischen Straßenreinigung wird das Konzept auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Die Organisation obliegt aber weiterhin dem Polizeipräsidenten. Die Hausbesitzer werden von ihrer Reinigungspflicht befreit. Stattdessen werden ca. 5.500 Arbeitslose eingesetzt, somit wird die Straßenreinigung zum Arbeitsbeschaffungsprogramm.
Die Straßenreinigung ist zwar jetzt eine öffentliche Aufgabe. Für die Abfallentsorgung müssen die Hausbesitzer weiterhin selbst sorgen. Hier wird die Trennung von Straßenreinigung und Müllabfuhr festgeschrieben.

1847

Eine Magistratsinitiative zur Schaffung einer städtischen Straßenreinigung entsteht. In der Königs- und Dorotheenstadt soll diese neue städtische Straßenreinigung versuchsweise eingeführt werden. Die polizeiliche Straßenreinigung für die öffentlichen Straßen bleibt davon unberührt.
Berlin hat ca. 400.000 Einwohner.

1840

Berlin hat 328.692 Einwohner.

1834

Berlin hatte drei Schirrmeister und achtzehn Knechte für die öffentliche Straßenreinigung im Einsatz.

1830

Berlin hat 247.967 Einwohner.

1823

Die systematische Gehwegpflasterung wird begonnen. Steinsetzer aus Lüttich beginnen viereckige Gehwegplatten aus Granit zu verlegen. Der erste „Bürgersteig" entsteht vor dem Weinhaus Lutter & Wegener am Gendarmenmarkt.

1822

Die „polizeiliche Straßenreinigung“ zur Reinhaltung von öffentlichen Straßen und Plätzen wird verordnet. Die Müllabfuhr und Reinigung der restlichen Straßen oblag den Hausbesitzern und damit der privaten Verantwortung.

1810

Berlin hat 162.971 Einwohner.

1808

Preußische Städtereform: Mit der Kommunalreform des Freiherrn vom Stein, "Städteordnung für die Preußischen Staaten", wird den Städten weitgehende Selbstverwaltung übertragen. Wählbare Stadtverordnete werden eingeführt und die Städte erhielten Haushaltsautonomie.

18. Jahrhundert

1777

Der erste Privatisierungsversuch bei der Straßenreinigung: Ein Unternehmer aus Straßburg (Tobias Faudel) bot an, die Straßenreinigung und Müllabfuhr gegen einen städtischen Zuschuss und die Möglichkeit der Gebührenerhebung privat zu organisieren. Die anfangs erteilte Genehmigung wurde aber bald wieder entzogen – die Qualität der Leistung ließ doch stark zu wünschen übrig.

1771

Das Gassenreglement wurde offenbar nicht so eingehalten, wie es gewünscht war . Eine Verschärfung der Strafen sollte Abhilfe schaffen und Polizeidirektor Philippi ordnete an:

 „da denen bisherigen Verordnungen zuwider sich viele Leute unterstehen, die Straßen durch Ausgießung derer Nachteymer und Hinwerfung des Mülls zu verunreinigen; So machet das Policeydirectorium zu jedermanns Achtung und Warnung hierdurch bekannt, daß dergleichen Personen künftig statt 2 Rthlr. mit 5 Rthlr. oder proportionierlicher Leibesstrafe belegt, überdem aber ohn Ansehen der Person an den Ort, wo sie betroffen wurden, öffentlich mit einem Zettel vor der Brust ausgestellet werden sollen.“

1741

Die Hauptverantwortung für die Straßenreinigung wurde dem Polizeidirektor von Berlin übertragen. Das Gassenmeistersystem wurde eingestellt.

1740

Für die Straßenreinigung in Berlin stehen 28 Pferdekarren zur Verfügung.

1735

Weil sich an die 1700 erlassene Anordnung kaum einer hält, erlässt Friedrich Wilhelm I. eine Kabinettsorder, das „Gassenreglement“ zum regelmäßigen Fegen der Straßen. Die Oberaufsicht dafür erhält die „Gassen-Fuhrwerks-Commission“. Die Stadt wird in Reinigungsdistrikte eingeteilt: Friedrichstadt, Dorotheenstadt, Cölln und Friedrichswerder, Berlin und Neu-Cölln.  Für die Abfuhr werden Straßenkarren angeschafft und Straßenmeister bestellt, die die Abfuhr des Kehrichts organisieren sollen.  Das ist die Geburtsstunde der Straßenreinigung in Berlin. 

Die Müll- und auch die Fäkalienabfuhr ist weiterhin Aufgabe der Haus- und Grundbesitzer.

1700

Am 1.12.1700 erlässt der Kurfürst Friedrich III., der spätere König Friedrich Wilhelm I.,  eine Anordnung zum Reinigen der Gassen. Gebiet, Tag und Stunde werden dafür festgelegt. Die anfallenden Abfälle sollen den „Werder", einen sumpfigen Teil der Schlossinsel und späteren Lustgarten, auffüllen, um dort später einem Küchengarten und Park zu errichten. Berlin hat ca. 20.000 Einwohner.

17. Jahrhundert

1681

Die Gemeinde "Berlin" besteht aus den Teilen: Berlin, Cölln, Friedrichswerder,  Neucölln am Wasser und Innere Dorotheenstadt.

Das Halten von Schweinen vor den Häusern wird untersagt;

1679

Verschärfung der Gassenordnung: für unerlaubtes Ablagern von Müll auf der Straße wird eine Strafe von fünf Talern erhoben. Außerdem werden die Gassenmeister besser gestellt. Sie bekommen freie Wohnung, 52 Scheffel Korn im Jahr und werden von der Einquartierung durch Soldaten befreit.

1671

Zur Vermeidung von Abfällen wurden die Bauern, die auf dem Markt vor der Marienkirche ihre Produkte verkauften, verpflichtet, auf dem Rückweg aus der Stadt eine Fuhre Abfall mitzunehmen.

1660

Am 14. August 1660 tritt die erste „Brunnen- und Gassenordnung beyder Residentz- und Hauptstädte Berlin und Cölln an der Spree" in Kraft. In dieser Ordnung wurde festgelegt, dass die Hausbesitzer für eine Müllbeseitigung vor ihrem Hause zuständig sind. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm setzt vereidigte „Gassenmeister“ ein, zu deren Aufgaben es gehört, die vorgeschriebene Straßenreinigung und die Beseitigung der Nachtstühle zu beaufsichtigen. Die Hausbesitzer konnten den Gassenmeister zur Abfallbeseitigung in Anspruch nehmen, waren dazu aber nicht verpflichtet. Das nicht angenehme Amt des Gassenmeisters wurde geschützt indem seine Verspottung unter Strafe gestellt war. Auch das Hoheitsrecht über den Müll auf der Straße wird eingeführt: „Was die Gasse berühret, gehört dem Gassenmeister.“ Diese Regel besteht sinngemäß bis heute.

1657

Berlin wird Garnisonsstadt, dadurch erfolgte die Übernahme großer Teile der Verwaltungsverantwortung für Berlin vom Magistrat durch das Militär; somit  war die Straßenreinigung nicht mehr Stadt- sondern Staatsangelegenheit

1624

In Berlin werden Dirnen ("Nachtemmas") zur Straßenreinigung eingesetzt, "weil diese die Straßen mehr benutzen als andere ehrsame Bürger".

16. Jahrhundert

1587

Erlass des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg zur Regelung der Straßenreinigung in Berlin-Cölln in den Pflichten des Scharfrichters: „... die Straßen der Stadt mit Hilfe seiner Leute reinzuhalten, den Bürgern das krepierte Vieh fortzuholen und die Leichen der Selbstmörder zu verscharren...“

1583

Für die Sauberkeit der Straßen war im 15. Jahrhundert der Polizeiherr vom Amt der Stadt zuständig.
Kurfürst Johann Georg von Brandenburg verfügt, dass die Anwohner der Spree ihre Höfe zu reinigen haben, damit der Unrat nicht in den Fluss gespült wird.