Kehrmaschine 2011

2013

Anfang Juni geht am Standort Ruhleben die neue Biogasanlage der BSR in Betrieb. Hier werden künftig pro Jahr die rund 60.000 Tonnen Bioabfall aus den Berliner Haushalten zu Biogas aufbereitet. Die Anlage arbeitet nach dem Prinzip des Trockenvergärungsverfahrens. Dabei setzen Mikroorganismen aus dem Biogut Biogas frei.

2012

Die "WUB" (Wertstoffunion Berlin), ein 2011 gemeinsam von Berlin Recycling (eine 100prozentige Tochter der Berliner Stadtreinigung) und der Firma REMONDIS gegründetes Unternehmen, hat in nur neun Monaten Bauzeit - zwischen Dezember 2011 und September 2012 - eine 4000 Quadratmeter große Halle und in ihr eine der modernsten Papiersortieranlagen Deutschlands errichtet. Ca. 120.000 Tonnen Altpapier werden künftig jährlich im Zweischicht- Betrieb sortiert und teilweise verpresst. Das Altpapier stammt aus Gewerbe, Handel, Industrie und privaten Haushalten insbesondere aus Berlin und Brandenburg.

2008

Am 10.Juni wir der Verein Saubere Zeiten e.V. gegründet; zum Vorsitzenden wird Gustav Opitz gewählt. Die Sperrmüllaufbereitungsanlage am Standort Gradestraße geht im Januar in Betrieb. Mit moderner Zerkleinerungstechnik werden pro Jahr 50.000 Tonnen Sperrmüll zu Ersatzbrennstoffen aufbereitet.

2006

Der Aufsichtsrat hat auf einer außerordentlichen Sitzung am 27.03. den BSR-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Gamperl fristlos entlassen. Als Gründe wurden "erhebliche Unzulänglichkeiten in der Amtsführung" und eine "zerrüttete Vertrauensbasis" zwischen ihm und dem Aufsichtsrat genannt.

2005

Im Dezember tritt der neue Vorstandsvorsitzende Gerhard Gamperl seinen Dienst an. 2005 am 31.Mai wird auf allen Deponien die Beseitigung von unbehandeltem Abfall eingestellt; in Reinickendorf geht die erste MPS-Anlage (Anlage zur "Mechanisch-Physikalischen-Stabilisierung") in Betrieb, ein jahr später folgt die Anlage in Pankow; Umbenennung von „brs GmbH“ zu „Berlin Recycling GmbH“;

2003

Im Januar wird Vera Gäde-Butzlaff Vorstandsmitglied der BSR mit Verantwortung für Abfalllogistik und Abfallentsorgung, seit 2004 auch für die Straßenreinigung. Damit trug Gäde-Butzlaff die Gesamtverantwortung für alle operativen Dienstleistungen der BSR. Von 2007 bis 2014 war sie Vorstandsvorsitzende der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR).

2000

Gründung des Unternehmens „brs GmbH“ als 100% Tochter der Berliner Stadtreinigung mit dem Ziel Aufbau der Geschäftsbereiche PPK, Gewerbeabfälle zur Verwertung, Aktenvernichtung und Containerdienst;

1999

Die BSR startet eine Imagekampange , die mit witzigen Sprüchen das Image der BSR verbessern soll. Sie löst heftige Diskussionen ain ganz Deutschalnd aus, aber der Spruch „We kehr for you“ ist bleibend im Gedächtnis der Berliner eingeprägt;

1998

am 30.August wird das BSR-Orchester (anfänglich bis zu 40 Mitglieder, am Ende Bigbandstärke) endgültig aufgelöst; 1999 im März wird die Entladung von Eisenbahnwaggons eingestellt;

1997

Dr. Peter van Dierkes bleibt Vorstandvorsitzender bis 2003. 1997 Am 6. März erfolgt die Gründung der gbav („Gesellschaft für Boden- und Abfall-verwertung mbH“) ;Gesellschafter 51% BSR Berliner Stadtreinigungsbetriebe 49% Harbauer GmbH

1995

Im Februar werden auch die Vorstände Georg Fischer (Technik, Sonderaufgaben) und Manfred Paris (Personal) von ihren Aufgaben entbunden. An der Spitze des Vorstandes steht jetzt Dr.Peter von Dierkes (53), bislang Spezialist für Entsorgung in der Kernenergie-Branche. Christoph Landerer (42), mit Gewerkschafts- und BEWAG-Vergangenheit. Helmut Paschlau (42) war Leiter des Münchener Abfallamtes. Als vierter ist Jürgen Chibiorz der einzige alte Vorstandsmann, der in das neue Gremium übernommen wird - bisher zuständig für das Abfallressort, künftig für Straßenreinigung. 

1994

Klaus P. Kantzer wird im August zum neuen Vorstandsvorsitzenden bestellt. Er verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch bereits im Februar 1995 wieder;

1992

1. Januar Fusion der Stadtreinigung Berlin (Ost) mit der BSR (West)

1990

26. Januar Berlin (Ost) Streik der Müllwerker aller Betriebshöfe in Ostberlin, Forderung: u.a. Verdoppelung der Löhne, Eigenständigkeit der Müllabfuhr
26. Juni Berlin (Ost) erneuter Streik der Müllwerker, Belagerung des Roten Rathauses mit Müllfahrzeugen. Forderung: Anpassen der Ostgehälter an Westniveau  Mai Berlin (Ost) Erste Recyclinghöfe zur kostenlosen Annahme von Wertstoffen
20. November Berlin (Ost) Verwaltungsrat der Stadtreinigung entlässt den Kombinatsdirektor Ewert und bestellt die GL der BSR (Berlin West) zu Geschäftsführern,
18. Dezember Berlin Beschluss von Magistrat (Ost) und Senat (West) zur "Überführung" der 3.677 Mitarbeiter der Stadtreinigung Ost in die BSR (West)

1989

Ende des Jahres  waren bereits 12400 Pflegevertragspartner vertraglich gebunden

1986

Berlin (Ost) Die orangefarbene Schutzkleidung wird eingeführt. Die Zahl der durch die Fäkalienabfuhr entsorgten Grundstücke ist auf 18010 gestiegen
Berlin (Ost): zur Leistungserhöhung in der Müllabfuhr werden MUT-Fahrzeuge auf Steyr 991.200 importiert

1984

Berlin (Ost): ein Tankprahm mit Schubboot (Greif) wird im April beim VEB Stadtwirtschaft zur Entsorgung der Zeltplätze und anderer Grossanfallstellen in Betrieb genommen, der Schubverband wurde nach der Wende verkauft
Es gibt bereits 3.600 Verträge für  4.600.000m² Gehbahn
Es werden 3,65 Mio. Kubikmeter Hausmüll, 687.000m³ Fäkalien, 89.500t Küchenabfälle gesammelt und 2090 ha Grünfläche, 1.480 Spielplätze, und 92 Springbrunnen gepflegt
Die ersten Fahrzeuge der Eigenentwicklung ROMAN-Preßmüllwagen werden in Dienst gestellt

1983

Berlin (Ost): 16360 Grundstücke wurden durch die Fäkalienabfuhr des Kombinates Stadtwirtschaft entsorgt

1982

Einführung der 220l-MGB aus verzinktem Blech in Berlin (Ost), einer Eigenentwicklung der Stadtwirtschaft.
Die Behälter werden im VEB Lufttechnik Treptow gefertigt, die Schüttungen im betrieblichen Rationalisierungsmittelbau

1981

1. Januar Berlin (Ost) Fusion von "VEB Stadtreinigung" (ca. 1.080 Fzg., 2294 MA), "VEB Stadtgrün" (ca. 280 Fzg., 875 MA) und die Städtischen Parkanlagen einschl. Grünanlagenpflege Marzahn (div. Fzg.., ca. 400 MA) zu "VEB Stadtwirtschaft"
Zum 1. Juli Aufnahme des VEB Bestattungswesen Krematorium, 40 Friedhöfe, Filialen und der Auslandsdienst) , Umbenennung in VEB Kombinat Stadtwirtschaft Es werden sog. Reinigungsverträge zur Reinigung von ~ 1250m² Gehweg abgeschlossen, in diesem Jahr sind es bereits 122 Verträge für 175.000m² Gehbahn und 35 km Fahrbahnkante.

1980

Berlin (West): die Deponie Wannsee wird geschlossen, nur die großflächige Kompostierung wird noch bis 2000 fortgeführt

1978

Berlin (West): Inbetriebnahme der Umladestation Gradestraße (U-Süd).

1977

Berlin (West): 3. Januar erste Transporte von der Umladestation Ruhleben nach Vorketzin.
Berlin (Ost): Horst Ewert wird als Direktor berufen, er bleibt in dieser Funktion bis 1990

1976

Berlin (Ost) Umbenennung der "Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr" in "VEB Stadtreinigung". Der Betrieb verfügt über 66 Großkehrmaschinen IFA-W50, 26 Kleinkehrmaschinen Schörling IKM und MTTV, 30 Kleinreinigungsgeräte der Fa. Parker, Kerwitt und Blauvogel, 28 Sprengwagen Skoda RTH, 32 Multicar mit versch. Aufbauten, 11 Futtermittelsammelfahrzeuge IFA W-50, 8 Baggersaugwagen, 203 Skoda-Müllfahrzeuge, 8 Preßmüllwagen Schörling, 27 Fäkalienfahrzeuge, sowie div. Weitere Spezialtechnik, es sind 2246 Mitarbeiter beschäftigt
Berlin (West) Baubeginn Umladestation Ruhleben (U-Nord)

1975

Berlin (West): auf dem Kurfürstendamm findet die erste (und einzige) Müllmeisterschaft mit 25 Mannschaften aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich statt. 

1974

Berlin (West): 11. Dezember Der „Vertrag über die Verbringung von Abfallstoffen aus Berlin (West) und ihre Beseitigung in der DDR“ (Langfristvertrag) wird abgeschlossen. Gültigkeit vom 1. Januar 1975 bis zum 31. Dezember 1994. Er sieht für den Vertragszeitraum die Verbringung von 35 Mio. Tonnen Siedlungsabfällen, davon eine Mio. Tonne Sonderabfälle, 38 Mio. Tonnen Bauschutt und 18 Mio. Tonnen Bodenaus-hub vor.
Berlin (Ost): Am 4.Dezember ging die erste Kesselanlage der MVA Lichtenberg ans Netz; Die Gesamtkapazität lag bei 80.000t/a BRD:  TA Luft - Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft wird verabschiedet.

1973

Berlin (West): am 26.Juli wird die Übergangsstelle für Müllfahrzeuge am Kölner Damm im Bezirk Neukölln nach Großziethen geöffnet. Dieser bestand bis zum 12.Dezember 1977
Oktober Beginn der Verhandlungen für einen Langfristvertrag zur Verbringung von Westberliner Müll auf DDR-Deponien (vorgesehen Deetz, Schöneiche, Vorketzin.

1972

Berlin (West):  17. April Erste Sitzung zwischen  BC Berlin-Consult GmbH (BC) für Westberlin und Bergbau-Handel-GmbH (BBH) für die DDR zur Übernahme von Abfall. 27. Oktober Abschluss eines kurzfristigen Abfallverbringungsvertrags (Ein-Jahres-Vertrag)
BRD: Das Abfallbeseitigungsgesetz (AbfG) wird erlassen, in dem zum ersten Mal einheitliche Regelungen zur Einsammlung, Beförderung, Behandlung, Lagerung und Ablagerung von Abfällen gebündelt wurden. Am 14.August stürzt eine IL-62 der INTERFLUG bei Königswusterhausen ab. Die kerosinverseuchte Erde wird auf der Deponie Schöneicher Plan beseitigt, ein Jahr später auch die Wrackteile

1971

Berlin (Ost) Einführung des SERO-Systems zur Erfassung von RC-Materialien

1970

Berlin (West) 1. Januar „Berliner Stadtreinigungs-Betriebe“ (BSR), Integration der Betriebsteile Müllverbrennung und Bedürfnisanstalten in den „Eigenbetrieb von Berlin“
Berlin (West):  2.763.800 m³ Hausmüll

1967

Berlin (West) 1. Januar Umwandlung der BSR in einen Eigenbetrieb des Landes Berlin: „Berliner Stadtreinigungsbetriebe – Eigenbetrieb von Berlin“ Berlin (West): Versuche mit Deponieschaum aus einer Harnstoff-Formaldehyd-Verbindung zur Abdeckung der Deponien (hier Wannsee) wg. der Geruchsbelästigung
Berlin (West): 15. Februar Inbetriebnahme des ersten Kessels der MVA Ruhleben. 1973 war der Bau beendet und die Anlage vollständig in Betrieb.

1965

Berlin (West): 2.009.800 m³ Hausmüll

1964

Berlin (West): 28. Oktober Grundsteinlegung für die MVA Ruhleben

1962

Berlin (West): Gründung des Arbeitskreises Müllverwertung, Aufgabe Planung und Bauausführung einer Müllverbrennungsanlage

1961

ca. 3.000 Mitarbeiter (West); in Berlin (Ost) fallen die Müllwagenlieferungen aus der CSSR aus, so dass kurzfristig sowjetische Müllsammelfahrzeuge Typ GAS mit M30-Aufbauten eingekauft werden. Diese transportieren je acht Behälter mit 770l Volumen, einem Behältertyp, der nicht mit den üblichen Behältern kompatibel war

1960

Berlin (West): Einführung von Großraumbehältern 1,1 m³ und 5,5 m³
das Müllauf-kommen betrug 1,8 Mio.-Kubikmeter

1959

Berlin (West): Bau Umladestation Forckenbeckstraße Berlin (Ost): Im September werden die beiden letzten Pferde der Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr mit einem großen Korso dem Tierpark Berlin übergeben. Damit endet die Ära der „richtigen Müllkutscher“ in Berlin

1957

Berlin (West) Einführung der kaufmännischen Abrechnung bei der Straßenreinigung, bis dahin wurde die kameralistische Abrechnung verwendet
Berlin (West) ab 1958 nur noch 5 große Müllabladeplätze: Spandau, Lübars, Wannsee, Rudow, Marienfelde.
In Berlin (Ost) wird am 19.07. die erste in der DDR entwickelte Großkehrmaschine auf der Basis eines H3A mit der Typbezeichnung 01 vorgestellt

1956

Berlin (Ost): die ersten in der DDR entwickelten 110l-Gefäße werden eingesetzt, da keine Verzinkungskapazitäten vorhanden sind, werden die Behälter lackiert
die ersten 10 Müllfahrzeuge aus der CSR auf der Basis Skoda RTK werden eingesetzt
Berlin (West): Bau einer Tierkörperverbrennunganlage auf dem Fuhrhof Schöneberg

1955

Berlin (West) 1.April Letztes Pferdefuhrwerk mit Staubschutzmüllwagen,
Ersatz der Berliner Müllkästen (200 Liter) durch 110 Liter-Behälter aus verzinktem Eisenblech

1954

Berlin (West) Innerstädtische Deponien: Wannsee (1954 - 1982), Lübars, Marienfeld, Rudow

1953

Berlin (West): 23. November Der Senat überträgt der Stadtreinigung die Aufgabe der Tierkörperbeseitigung. Bis 1956 werden die Kadaver auf den Kehrichtabladeplätzen verscharrt.
Berlin (West): Einsatz von Planierraupen zur Verdichtung des Mülls auf den Abladeplätzen.
Berlin (Ost): die ersten 110l-Gefäße aus der CSR werden eingesetzt

1952

Berlin (West):  Entscheidung, neue Tonnen in vier Größen für 110, 90, 60 und 30 Liter als Ersatz für den Berliner Kasten und diverse andere Tonnensysteme einzuführen. Die Umstellung dauerte bis 1958. Die letzten Müllkästen wurden 1965 abgeschafft.

1951

In Berlin (West) erfolgt zum 1. April der Umzug der Hauptverwaltung in die Ringbahnstraße 96 (Tempelhof), es erfolgt die Gründung der „Berliner Stadtreinigung“ (BSR), zuständig für die Straßenreinigung und Müllabfuhr in den Westsektoren von Berlin.
Abladestellen in Berlin (West): Ziegrastraße (Neukölln), Bergstraße/Munsterdamm (Steglitz), Kemperplatz (Tiergarten), Humboldthain (Wedding)
Abladestellen Berlin (Ost): Vorketzin, Schöneicher Plan, Bergerdamm, Caputh.

1950

In Berlin (West) werden 995.000 m³ Hausmüll eingesammelt. Die Bahnverladung von Berlin (West) nach Schöneicher Plan von September 1949 bis Juni 1952 wird über die Bahnverladestelle Monumentenbrücke abgewickelt.

1949

Die Belegschaft beträgt jetzt ca. 2.700 Mitarbeiter
1949 Berlin (West) Umzug der Verwaltung West in die Kirschenalle 1 (Charlottenburg)
Die Verwaltung in Berlin (Ost) verbleibt in der Poststr. 14
In Berlin (Ost) werden ca. 27.800 Grundstücke entsorgt, dafür stehen 70 Staubschutzwagen mit 160 Pferden und 6 motorgetriebene Fahrzeuge zur Verfügung, die von den Fuhrhöfen Malmöer Str., Mühlenstr. und Oberspreestr. aus eingesetzt werden.  

1948

Berlin (West): Organisation einer Clean-Up-Campaign im Amerikanischen Sektor
Ab Ende November Vorbereitung zu Organisation der Stadtreinigung in den Westsektoren von Berlin, provisorische Verwaltung für die Westbezirke in der Spielhagenstraße (Charlottenburg)
Die Blockade führte dazu, dass der in Berlin (West) anfallende Müll sämtlich auf Kiesgruben und Ödland innerhalb Berlin (West) abgelagert werden muss. Schließlich waren bis zum Jahr 1958 33 Abladeplätze für Müllablagerung angewiesen. Große Abladeplätze befanden sich an der Teufelsseeschaussee (Teufelsberg), am Diedersdorfer Weg (Marienfelde), an der Waßmannsdorfer Chaussee (Rudow), in der Quickborner Straße (Lübars) sowie im Jagen 76 in Wannsee. Kleinere Abladeplätze hatte man (bis 1958) in Lichterfelde, Tempelhof, Zehlendorf, Reinickendorf, Kladow, Rudow, Britz, Wittenau, Schöneberg, Hermsdorf, Charlottenburg und Heiligensee geschaffen. Der größte Abladeplatz war bis 1958 der Rohbruch in Haselhorst mit einem Fassungsvermögen von 1,5 Millionen m³. Der Müll aus Berlin (Ost) wird weiterhin im Umland auf den vorhandenen Deponien entsorgt.

1946

Im Frühjahr werden etwa 20 % des Berliner Hausmülls durch die Müllabfuhr entsorgt. Am 16. März ergeht der Beschluss der Alliierten Kommandantur zur Neuregelung des Müllabfuhrdienstes nach der „auf dem Hof des Grundstückes eine Grube von mehr als 1m Tiefe für die Aufnahme des Mülls und des sonstigen Hauhaltungsunrates auszuheben“ sei)
Am 13. April ergeht eine Polizeiverordnung zur Umsetzung des Beschlusses zur Anlage von Müllgruben auf den Grundstücken, weil "eine geregelte Müllabfuhr im gesamten Stadtgebiet noch nicht möglich ist."  Auf der Grundlage des Befehls BK/0(46) 181 vom 23.April wird der Direktor Leopold aus seinem Amt als Leiter der Abteilung für Müllabfuhr entlassen und  Gustav Erdmann wird wieder Direktor der Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr (siehe 1933) Die Großberliner Straßenreinigung und Müllabfuhr beschäftigt ca. 1.200 Mitarbeiter

1945

Am 23. Mai ergeht der Befehl Nr. 21 der sowjetischen Militäradministration: "…alle Anordnungen zur Müllbeseitigung und zur Sauberhaltung der Straßen und Häuser nach besten Kräften zu befolgen, um keine Infektionsherde entstehen zu lassen." Am 27. August verfügt die Alliierte Kommandantur die Bildung einer zentralen Verwaltung für die Stadtreinigung und Müllabfuhr als „Stadtreinigungs- und Fuhramt, aus dem dann zum 1. Oktober die „Groß-Berliner Straßenreinigung und Müllabfuhr“ hervorgeht, sie übernimmt nun auch die Leitung der Entsorgung der Bezirke 7-20 (siehe 1929). Damit entsteht erstmals in Berlin eine einheitliche Verwaltung der Straßenreinigung und Müllabfuhr für ganz Berlin, die als Abteilung beim Magistrat angesiedelt ist.  Für die Trümmerbeseitigung werden Notdeponien eingerichtet: U-Bahnschacht Theodor-Heuss-Platz, Schächte im Tiergarten für die geplante Stettiner Bahn
Trümmerberge entstehen: Teufelsberg, der Insulaner, die Humboldthöhe, Kaulsdorf und Wannsee. Der Fuhrpark besteht aus 332 pferdegezogenen Staubschutzwagen, für die aber nur 14 Pferde zur Verfügung stehen, dazu gibt es 35 motorisierte Fahrzeuge, aber kein Treibstoff;

1937

Zum 10. März ergeht eine neue Polizeiverordnung zur Müllabfuhr
ab August: Abfallverwertungskampagne im Rahmen des Vierjahresplans - Aufruf an die Berliner zur Erfassung der Alt- und Abfallstoffe für die Wiederverwertung.

1936

zum 21. Oktober ergeht die Polizeiverordnung über die Straßenreinigung
Die Technik umfasst schon u.a.: 116 Straßenwaschmaschinen, 63 Straßenkehrmaschinen, 73 Sprengwagen, fünf Gullywagen, sowie 35 LKW
Am 19. Dezember tritt die neue Satzung über die Städtische Müllbeseitigung in kraft
Ein "Vierjahresplan" sieht die vollständige Wiederverwertung des Mülls als kriegswichtige Aufgabe vor. Eine Schiffsverladestelle zum Mülltransport ins Golmer Luch wird in der Helmhotzstraße gebaut. Sie ist zu dem Zeitpunkt die modernste in Europa.

1935

Ab 1. April erfolgt die Umwandlung der BEMAG in eine kommunale Dienststelle als „Städtische Müllbeseitigungsanstalt“
Einführung des Kastenumleersystems in allen Berliner Bezirken, außer Wilmersdorf, Grunewald und Schöneberg. Hier wurde noch das Wechseltonnensystem eingesetzt.
Der Wagenpark der BEMAG bestand aus:

  • 386 Pferdewagen „Staubschutz“
  • 64 Automobilen „Krupp“+“KUKA“
  • 85 Elektromobilen


Die ersten Meliorationsversuche zur Urbarmachung von Sumpfgelände und sauren Wiesen
in Mittenwalde-Ost wird eine Wiese 1,5 - 2 m hoch mit Müll beschüttet.

1934

Ein Staubarmes Entladungsverfahren über Schiffe (Zillen) wird am Teltowkanal in Lichterfelde erprobt. Gründung der Firma "Müllkultivierung .V.", die den Transport der Hälfte des Berliner Mülls ins Golmer Luch organisierte. 

1933

Am 13. April ergeht der „Erlass der Satzung über die Straßenreinigung
Die Nazis entlassen den Leiter der Müllbeseitigung Gustav Erdmann

1932

Die Verwaltung der Straßenreinigung erfolgt durch das "Stadtreinigungs- und Fuhramt", das dem Oberbürgermeister unterstellt war. Die Abteilung I Müllbeseitigung dieser Behörde organisierte die Müllabfuhr, die damit die private BEMAG beauftragte. 1,75 Mio. m² Müll werden in Berlin von den 4.273.701 Einwohnern eingesammelt und entsorgt

1931

Zum 1. April Abschluss der Verschmelzung der bezirklichen Müllbetriebe mit der BEMAG: zuletzt wurden die Betriebe von Spandau und Wilmersdorf, sowie die Schöneberger Müllindustrie AG (MÜAG) integriert. Die BEMAG war nun für ganz Berlin zuständig und unter einheitlicher kommunaler Verwaltung. Am 16. Juni tritt die „Allgemeine Arbeitsordnung bei der BEMAG“ in Kraft.

1929

Die geplante (Re-)Zentralisierung der Straßenreinigung: kommt nicht zustande, nur die sechs Innenstadtbezirke werden zusammen geführt. Sie unterstehen dem Stadtreinigungs- und Fuhramt. Die Bezirke 7-20 bleiben bis nach 1945 selbständig. Dort untersteht die Straßenreinigung dem jeweiligen Tiefbauamt. Das Depot V am Dahlemer Weg entsteht und die Verladestelle Lichterfelde Süd.

1928

Erster Einsatz von Baggersaugwagen zur Gullyreinigung

1927

Übernahme der Aktienmehrheit an der BEMAG durch das Land Berlin. (Siehe auch BEMAG-Skandal 1925)
Mülltransport mit der Eisenbahn nach Blankenfelde, Vorketzin, Schöneicher Plan, Berger Damm und Caputh

1926

Erste Versuche mit selbstaufladenden Kehrmaschinen werden bei der Straßenreinigung unternommen
Der Urlaubsanspruch von Straßenreinigungsarbeitern beträgt jetzt: 17 Tage nach fünf Dienstjahren, 28 Tage nach zwanzig Jahren

1925

BEMAG-Skandal: undurchsichtige Bankgeschäfte mit unrechtmäßigen Überschüssen der Gesellschaft, Verquickung der Interessen der Hauptgesellschafter – der Fuhrunternehmer Gustav Schultz und Lettow, Viktoriapark AG – die gleichzeitig Auftraggeber als Direktoren der BEMAG und Auftragnehmer waren. Erster Einsatz elektromotorgetriebener Müllfahrzeuge

1924

Ab 1. April wird die Reform der Straßenreinigung wirksam: Dezentralisierung der Verwaltung und des Betriebes
Einsatz von motorbetriebenen Müllwagen („Krupp“, „KUKA“) zum Transport auf entfernte Verladestellen;

1923

Ab 1. April gilt das „Ortsgesetz über die Straßenreinigung in Berlin“
Die Kosten müssen nun die Grundbesitzer übernehmen („Reinigungsabgabe“), Der Reinigungstarif wird nach Straßenfrontmetern berechnet
Zum 1. März tritt das „Ortsgesetz, betr. der Müllbeseitigung in Berlin“ in Kraft
In Schöneberg wird die „Müllindustrie AG“ (MÜAG) durch den Unternehmer Kurt Gerson gegründet. Ziel ist die Herstellung von Produkten aus Müll: besonders Platten, Mauersteine, Müllwolle ("Gersonsche Müllwolle")

1922

zum 1. Oktober erfolgt die Selbstauflösung der „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“ (WG)
Am 14. Oktober erfolgt die  Gründung der „Berliner Müllabfuhr-Aktiengesellschaft“ (BEMAG)
90% der Straßenreiniger sind Mitglied im freigewerkschaftlichen „Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter“

1921

Der Probebetrieb einer Müllverbrennungsanlage in Schöneberg wird aufgenommen. 1924 wird sie wegen dem schlechten Brennwert des Berliner Mülls und der daraus folgenden Unwirtschaftlichkeit wieder geschlossen. 

1920

Vereinheitlichung der Verwaltungsorganisation: „Stadtreinigungs- und Fuhramt“ (später Hauptreinigungs- und Fuhramt) wird gebildet. Hauptabteilungen: I Müllbeseitigung, II Straßenreinigung, III Fuhrwesen, Geschäftsstelle Berlin C2, Burgstraße 1-2, später Poststraße 14 (gleicher Gebäudekomplex, vorher Verwaltung der „Wirtschaftsgenossenschaft“, später die Verwaltung der Stadtreinigung Berlin-Ost)
In die Hauptabteilung I gingen sofort die Müllabfuhrbetriebe der bisherigen Vorortbetriebe mit Anschlusszwang über: Charlottenburg, Neukölln, Schöneberg, Wilmersdorf und Treptow, die Betriebe ohne Nutzungszwang in Spandau, Zehlendorf, Tempelhof und Lichtenberg, sowie die Unternehmerbetriebe von Mitte, Wedding, Tiergarten, Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Steglitz, Reinickendorf, Pankow und Köpenick (siehe auch Hofmeister-Lemke III. 8.2).  Eingliederung von acht Städten, 59 Gemeinden und 27 Gutsbezirken zu Groß-Berlin Zwei Arbeiterräte (Betriebsräte) waren für die 1900 männlichen und 200 weiblichen Beschäftigen der Straßenreinigung zuständig.

1919

Kommunalisierung der Müllabfuhr in Schöneberg; Beschluss der Stadt Schöneberg, eine Müllverbrennungsanlage am Königsweg (heute Naumannstraße) zu bauen („Vesuvio-AG-Patent)
15.4. Ausschuss zur Vorbereitung der Kommunalisierung der Müllabfuhr in Berlin
Am 7. März erster Tarifvertrag zwischen Magistrat und Gewerkschaft (u.a. Gemeinde-arbeiterverband). Der dreimonatige Müllarbeiterstreik führt zum Müllchaos in der Stadt.

1917

Kommunalisierung der Müllabfuhr in Neukölln

1915

In Berlin wird das Zweiteilungssystem des Hausmülls nach englischem Vorbild eingeführt: die Küchenabfälle werden getrennt gesammelt.
Der „Verein Berliner Molkereibesitzer“ hat sich gegenüber dem Magistrat verpflichtet, die Abfuhr der Küchenabfälle zu übernehmen. Müllmelioration in Spreenhagen auf Gemüsefeldern.
In diesem Jahr wird begonnen, den Wilmersdorfer See mit Hausmüll zuzuschütten.

1914

Die „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“ entsorgt ca. 90% der Berliner Häuser vom Müll.
Die Reinigungsfläche beträgt: 11.338.000 m²

1913

Eine „Gesellschaft für Müllverwertung“ errichtet in Bötzow eine Sortieranlage für Berliner Müll. Der Müll wird über Siebtrommeln sortiert. Im Krieg (1916) muss die Anlage wegen Arbeitskräftemangel wieder schließen.
In Röthehof wird der erste Müll melioriert.
Die Berliner Straßenreiniger erreichen als erste (mit denen aus Kaiserslautern) den Achtstundentag. Lohn zwischen vier und fünf Mark pro Tag. Damit gehören die Straßenreiniger zu den bestbezahlten Arbeitern in Berlin

1912

1. Juli tritt das „Gesetz über die Reinigung öffentlicher Wege“ (Wegereinigungsgesetz) für Berlin in Kraft, Kosten für die Straßenreinigung aus Steuermitteln
Berlin hat ca. 2.083.000 Einwohner
Der Urlaubsanspruch von Straßenreinigungsarbeitern beträgt jetzt: 7 Tage nach fünf Dienstjahren, 10 Tage nach zwanzig Jahren

1910

Das Hauptdepot I, Fahrzeugdepot I, Ladestation I Persiusstraße 7-8 entsteht. Abladeplätze für Hausmüll außerhalb Berlins sind in Blankenfelde, Vorketzin, Schöneicher Plan, Bergerdamm, Caputh. Innerhalb der Stadt: Schillerpark, Humboldthain, Wilmersdorfer See, Lichterberger Teich, Havelufer bei Kladow, Tempelhofer Feld
850.000 m² Müll fällt in Berlin an. Davon werden 210.000 m² nach Spreenhagen (erste städtische Mülldeponie) verbracht.
Einrichtung von heizbaren Mannschaftsräumen mit Öfen und Wannen- sowie Brausebädern in den Depots der Straßenreinigung. Neun Lohngruppen: zwei für Vorarbeiter, vier für Arbeiter und drei für Arbeitsburschen. Gründung einer Jugendsektion des Gemeindearbeiterverbandes für die Arbeitsburschen der Straßenreinigung.

1909

Die Fahrzeugdepots IV Fröbelstraße; Ladestation II Georgenstraße; Ladestation III Hannoversche Straße 21-21; Ladestation IV Lüneburger Straße; Ladestation V Urbanstraße 123; Ladestation VI Putlitzbrücke; Ladestation VII Dirksenstraße entstehen.

1908

Die ersten elektrisch betriebenen Straßenwaschmaschinen werden eingesetzt. In der Müllabfuhr werden elektrisch betriebene Abfuhrfahrzeuge (Elektromobile) verwendet. 

1907

Kommunalisierung der Müllabfuhr in Charlottenburg, Einführung der Getrenntsammlung und Bau einer Müllverbrennungsanlage für die Sortierreste.
In Charlottenburg wird am 1. April die Mülltrennung per Polizeiverordnung eingeführt. Die „Dreiteilung-Allgemeine Müllverwertungsgesellschaft mbH“ Charlottenburger Abfuhrgesellschaft (CHA) organisiert die Getrenntsammlung des Hausmülls. Beauftragt vom Charlottenburger Magistrat soll sie die gesamte Müllentsorgung für Charlottenburg übernehmen. Entsprechende Sammelgefäße (1902 patentiert) werden in den Haushalten aufgestellt. Die Trennung wird nach drei Abfallgruppen vorgenommen: Asche, Küchenabfälle und Gerümpel. Die Abladestellen der Abfälle aus dem Dreiteilungssystem sind: Asche und Kehricht nach Röthehof, Küchenabfälle und Gerümpel nach Seegefeld. 1917 wurde das System wegen zu großer Verluste wieder eingestellt.

1906

Ein bezahlter Urlaub für Müllabfuhrarbeiter wird eingeführt (nach drei Jahren Tätigkeit: drei Tage, nach fünf Jahren: eine Woche)

1905

Übernahme der Betriebe „Hermann Scheller“ und „Berliner Abfuhrgesellschaft“ durch die „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“.

1904

Verordnung zum staubfreien Mülltransport in Eisenbahnwaggons ab 1. Oktober. Übernahme der „Staubschutz AG“ durch die „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer“.
Die Müllumladestationen für den Bahntransport an der Schlesischen Bahn (Mühlenstraße, Friedrichshain), an der Anhalter Bahn (Monumentenbrücke, Schöneberg), an der Lehrter Bahn (Beusselbrücke, Moabit) und an der Nordbahn (Behmbrücke, Prenzlauer Berg) entstehen.
Die Sektion des Gemeindearbeiterverbandes bei der Straßenreinigung wird installiert; Großer Müllarbeiterstreik in Berlin: erster Tarifvertrag mit den Müllabfuhrunternehmen Die Zahl der Touren pro Tag und Zahl der entleerten Behälter pro Tour werden vereinbart.

1903

Einsatz von Schrubbermaschinen zur Reinigung des Asphalts.
Gründung des Vereins „Gemeinnützige Abfallverwertung". Ziel war es, durch das Dreiteilungssystem (Getrenntsammlung) den Müll besser zu verwerten.
Am 1. Februar tritt die erste Arbeitsordnung für die Straßenreinigung in Kraft. In Charlottenburg werden die Arbeitsburschen wieder abgeschafft.

1902

Einführung eines regulären Urlaubsanspruchs für die Arbeiter der Straßenreinigung. Einrichten von Arbeiterausschüssen (Vorform der Betriebsräte).

1901

Um 1901 beherrschen vier große Unternehmen den „Berliner Müllmarkt“: „Wirtschafts-genossenschaft Berliner Grundbesitzer“ (WG), die „Firma Bruno Röhrecke“, die „Staubschutz G.m.b.H.“ sowie die „Vereinigten Müllabfuhrunternehmer“.
Am 5. März verbietet der Regierungspräsident von Potsdam die Abfallablagerung aus Berlin in seinem Regierungsbezirk.

1900

210.000 Tonnen Müll (ein Drittel der Gesamtmenge) werden nach Spreenhagen verbracht. Mülltransporte mit der Eisenbahn gehen nach Bötzow bei Nauen.

1899

Versuch der Gesellschaft „Müllschmelz" mit einem „Berliner Müllschmelzofen" in der Gitschiner Straße 15 den Müll zu schmelzen und damit zu reduzieren und keimfrei zu machen. Der Versuch scheitert an den Kosten: 17 Mark pro Tonne Müll.

1898

Der Regierungspräsident verfügt ein Verbot der „wilden“ Ablagerungen im Stadtkreis von Berlin, Müllabladeplätze müssen jenseits bestimmter Bannmeilen angelegt werden.

1897

Es gibt erste Versuche zur Müllmelioration auf den Spreewiesen zwischen Charlottenburg und Spandau. Gewerkschaft: Arbeiter der Straßenreinigung: Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter

1896

Als Alternative zum Umleerverfahren mit den Berliner Kästen wird ein Wechselbehältersystem entwickelt. Der Vorsitzende des Grundbesitzervereins Röhrecke bietet an, das bereits in Moabit erprobte System der Müllabfuhr (Wechseltonnensystem) auf Berlin auszudehnen.
Die erste elektrische Straßenbahn fährt in Lichterfelde.  Es existiert ein Verein Berliner Straßenreiniger (Hirsch-Dunckerscher Gewerkverband – Gründung unbekannt)
Die WG setzt „Schaffner“ zur Beaufsichtigung der der Müllwagen ein. Tourenlisten werden ausgegeben und die Entleerungen vermerkt.

1895

Am 30. Januar schlägt die Geburtsstunde der staubfreien Müllabfuhr in Berlin. In einem Erlass des Polizeipräsidenten wird festgelegt: der Mülltransport muss staub- und geruchsfrei und in geschlossenen Behältern erfolgen. Als Sammelbehälter für das Umleersystem werden „Berliner Müllkasten“ mit 200 l Fassungsvermögen eingeführt. Sie sind zunächst aus Eisenblech, später verzinkt. Bis 1966 sind diese Sammelbehälter in Kreuzberg/Tempelhof in Anwendung. Dadurch gibt es eine grundlegende Änderung der Organisation und Technik der Müllabfuhr: Die Geburt des Berliner „Müllkutschers“
Die Müllumladestationen Holsteiner Ufer und Schleswiger Ufer entstehen für den Schiffstransport.
Erster Vorschlag für ein Getrenntsammelsystem des Hausmülls. 

1894

Die ersten Müll-Schiffstransporte verlassen Berlin. Zur Ablagerung des Mülls aus Berlin wird ein 60 ha großes Grundstück bei Spreenhagen bei Fürstenwalde erworben.
Die „Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer (WG)“, die u.a. eine staubfreie Müllabfuhr in Konkurrenz zu anderen Fuhrunternehmen organisieren will, wird gegründet.

1893

Der Stadtreinigungsdirektor Schloßky schlägt ein Müllsacksystem zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen vor. Der Charlottenburger Stadtbaurat Kinsbrunner entwickelt ein Verfahren zur staubfreien Müllabfuhr, das Staubschutzsystem. Die „Staubschutz-GmbH“ setzt als erste den „Staubschutzwagen“ ein.
Erste Versuche zur Müllverbrennung beginnen in einer Anlage am Stralauer Tor 36. Der Versuch läuft bis Mai 1896.
Am 14. Juli tritt in Preußen das Kommunalabgabegesetz in Kraft. Damit dürfen die Gemeinden Beträge für die Straßenreinigung und Gebühren für die Müllbeseitigung erheben.
In diesem Gesetz steht auch eine Beschreibung dessen, was zum Hausmüll zählt: Feuerungsrückstände also Asche und Schlacke, sowie Küchenabfälle und Hauskehricht.

1892

Einrichtung einer „Betriebskrankenkasse der Straßenreinigung“ durch die Stadt Berlin.

1891

In Berlin fallen 700.000 m² Müll an.
20.200 Grundstücke sind bereits an die allgemeine Kanalisation angeschlossen.

1887

Die Gemeindemüllplätze befinden sich: Stralauer Anger (heute Osthafen), Landsberger Allee (Friedrichshain), Müllerstraße (Wedding)

1886

Drei Müllabladeplätze werden durch den Magistrat eingerichtet, die Verwaltung obliegt der Straßenreinigung.

1884

Straßenreinigungsarbeiter gründen den Krankenunterstützungsverein als Krankenkassenersatz.

1880

Über 60 Fuhrunternehmer sammeln den Hausmüll in der Stadt und transportieren ihn ins Umland.
Beginn des Einsatzes von Arbeitsburschen („Asphaltburschen“), die für die Beseitigung des Pferdemists auf den Straßen zuständig waren. Meist Jugendliche ab 14 Jahren, die sehr schnell (behend) hinter den Pferden den Dung einsammelten, um den nachfolgenden Verkehr nicht zu gefährden.

1879

Es gibt eine pauschale (tarifliche) Unterscheidung zwischen Vorarbeitern und Arbeitern.

1878

Die Straßenreinigungsleistungen werden teilweise privatisiert  („Entreprise“). Der gesamte Pferdefuhrpark wird an zwei Fuhrunternehmer verkauft. Damit wird auch die Beseitigung des Kehrichts in Abfuhrverträgen an die Fuhrunternehmer vergeben. In der Folge landet der Kehricht auf „wilden“ Deponien. Vergabe der Bespannung und Unterhaltung der Kehrmaschinen (30) und Sprengwagen (84) an Privatunternehmer.

1877

Berlin hat über eine Million Einwohner.

1876

Die Reinigungsfläche beträgt 4.800.000 m². Für die Arbeit werden neben den manuellen Reinigern 84 Sprengwagen und 30 pferdegezogene Kehrmaschinen eingesetzt.

1875

Ab 1. Oktober wird die komplette Straßenreinigung in kommunale Verantwortung übernommen („Kommunalisierung“). 512 Straßenreiniger sind in 83 Kehrbezirken unterwegs. Zusätzlich arbeitet eine Hydrantenkolonne mit 25 Mann nur für die Spülung der Rinnsteine. Bei der Straßenreinigung wird die Nachtarbeit eingeführt. Der Einsatz von Reinigungsmaschinen (Kehrmaschinen) wird verstärkt, um  Personal einzusparen. Einführung der Abwasserkanalisation in Berlin.
Straßenreinigungsarbeiter waren bei der Stadt angestellt und quasi in beamtenähnlicher Situation, Arbeiter der Müllabfuhr nicht. Auch deshalb entwickelten sich völlig unterschiedliche Interessenvertretungen. Bei der Straßenreinigung gab es einen 48-Stunden-Dienst!
Die Straßenreinigungsdeputation (vier Stadträte und acht Stadtverordnete) übernahm die Aufsicht über die Straßenreinigung. Die Belegschaft: ein Direktor, ein Inspektor, acht Oberaufseher, 24 Aufseher, 96 Vorarbeiter, 600 Arbeiter 1. Klasse, 70 Arbeiter 2. Klasse, 200 Arbeitsburschen, sechs Depothandwerker.
Tageslöhne: Vorarbeiter 3,75 Mark, Arbeiter 3,25 Mark, Arbeitsburschen 1,60 Mark.

1872

Rudolf Virchow veröffentlicht einen Bericht zur Kanalisation in Berlin. Dort wird die bisher geübte Praxis des Einleitens der Fäkalien in die Spree verworfen und eine Kanalisation vorgeschlagen.

1871

In Berlin fallen in diesem Jahr 340.000 m² Müll an.
Berlin hat ca. 826.000 Einwohner

1870

Für die Straßenreinigung werden das Fahrzeugdepot II, Urbanstraße; und das Fahrzeugdepot III Lüneburger Straße eingerichtet.

1867

Eine Polizeiverordnung zur „staubfreien“ Müllabfuhr wird erlassen.

1865

Erste Pferdeomnibusse und Pferdebahnen tauchen im Straßenbild auf.

1861

In diesem Jahr sind 360 Straßenreiniger („Spritzenmänner“) in zwölf Aufseherabteilungen mit 55 Kehrbezirken im Einsatz.
„Spritzenmänner“ waren Tagesarbeiter I. Klasse mit achttägiger Kündigungsfrist. Bei Engpässen (z.B. Winterdienst) wurden Tagesarbeiter II. Klasse mit täglicher Kündi-gungsfrist eingestellt.
Eingemeindung der Vororte Kreuzberg, Tiergarten, Wedding.

1857

Eine Straßenreinigungsdeputation wird vom Magistrat bestimmt.

1856

Das erste zentrale Wasserwerk entsteht vor dem Stralauer Tor.

1855

Berlin hat 461.288 Einwohner

1851

Der Magistrat von Berlin beschließt, die Feuerwehr, die Straßenreinigung und das Nachtwachwesen gemeinsam zu verwalten. Das scheitert aber zunächst am Polizeipräsidenten, der eine Einschränkung der Staatsgewalt befürchtet. Darauf stellt der Magistrat seine Forderung zurück und beauftragt das Polizeipräsidium mit der Straßenreinigung (und der Feuerwehr und des Wachwesens) für fünf Jahre. Praktisch wird die Straßenreinigung damit vom Branddirektor beim Polizeipräsidenten organisiert.

1849

Berlin hat 410.726 Einwohner

1848

Nach dem erfolgreichen Versuch einer städtischen Straßenreinigung wird das Konzept auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Die Organisation obliegt aber weiterhin dem Polizeipräsidenten. Die Hausbesitzer werden von ihrer Reinigungspflicht befreit. Stattdessen werden ca. 5.500 Arbeitslose eingesetzt, somit wird die Straßenreinigung zum Arbeitsbeschaffungsprogramm.
Die Straßenreinigung ist zwar jetzt eine öffentliche Aufgabe. Für die Abfallentsorgung müssen die Hausbesitzer weiterhin selbst sorgen. Hier wird die Trennung von Straßenreinigung und Müllabfuhr festgeschrieben.

1847

Eine Magistratsinitiative zur Schaffung einer städtischen Straßenreinigung entsteht. In der Königs- und Dorotheenstadt soll diese neue städtische Straßenreinigung versuchsweise eingeführt werden. Die polizeiliche Straßenreinigung für die öffentlichen Straßen bleibt davon unberührt.
Berlin hat ca. 400.000 Einwohner.

1840

Berlin hat 328.692 Einwohner.

1834

Berlin hatte drei Schirrmeister und achtzehn Knechte für die öffentliche Straßenreinigung im Einsatz.

1830

Berlin hat 247.967 Einwohner.

1823

Die systematische Gehwegpflasterung wird begonnen. Steinsetzer aus Lüttich beginnen viereckige Gehwegplatten aus Granit zu verlegen. Der erste „Bürgersteig" entsteht vor dem Weinhaus Lutter & Wegener am Gendarmenmarkt.

1822

Die „polizeiliche Straßenreinigung“ zur Reinhaltung von öffentlichen Straßen und Plätzen wird verordnet. Die Müllabfuhr und Reinigung der restlichen Straßen oblag den Hausbesitzern und damit der privaten Verantwortung.

1810

Berlin hat 162.971 Einwohner.

1808

Preußische Städtereform: Mit der Kommunalreform des Freiherrn vom Stein, "Städteordnung für die Preußischen Staaten", wird den Städten weitgehende Selbstverwaltung übertragen. Wählbare Stadtverordnete werden eingeführt und die Städte erhielten Haushaltsautonomie.

18. Jahrhundert

1777

Der erste Privatisierungsversuch bei der Straßenreinigung: Ein Unternehmer aus Straßburg (Tobias Faudel) bot an, die Straßenreinigung und Müllabfuhr gegen einen städtischen Zuschuss und die Möglichkeit der Gebührenerhebung privat zu organisieren. Die anfangs erteilte Genehmigung wurde aber bald wieder entzogen – die Qualität der Leistung ließ doch stark zu wünschen übrig.

1741

Die Hauptverantwortung für die Straßenreinigung wurde dem Polizeidirektor von Berlin übertragen. Das Gassenmeistersystem wurde eingestellt.

1740

Für die Straßenreinigung in Berlin stehen 28 Pferdekarren zur Verfügung.

1735

Weil sich an die 1700 erlassene Anordnung kaum einer hält, erlässt Friedrich Wilhelm I. eine Kabinettsorder, das „Gassenreglement“ zum regelmäßigen Fegen der Straßen. Die Oberaufsicht dafür erhält die „Gassen-Fuhrwerks-Commission“. Die Stadt wird in Reinigungsdistrikte eingeteilt: Friedrichstadt, Dorotheenstadt, Cölln und Friedrichs-werder, Berlin und Neu-Cölln.  Für die Abfuhr werden Straßenkarren angeschafft und Straßenmeister bestellt, die die Abfuhr des Kehrichts organisieren sollen.  Das ist die Geburtsstunde der Straßenreinigung in Berlin. 

1700

Am 1.12.1700 erlässt der Kurfürst Friedrich III., der spätere König Friedrich Wilhelm I.,  eine Anordnung zum Reinigen der Gassen. Gebiet, Tag und Stunde werden dafür festgelegt. Die anfallenden Abfälle sollen den „Werder", einen sumpfigen Teil der Schlossinsel und späteren Lustgarten, auffüllen, um dort später einem Küchengarten und Park zu errichten. Berlin hat ca. 20.000 Einwohner.

17. Jahrhundert

1681

Die Gemeinde "Berlin" besteht aus den Teilen: Berlin, Cölln, Friedrichswerder,  Neucölln am Wasser und Innere Dorotheenstadt

1679

Verschärfung der Gassenordnung: für unerlaubtes Ablagern von Müll auf der Straße wird eine Strafe von fünf Talern erhoben. Außerdem werden die Gassenmeister besser gestellt. Sie bekommen freie Wohnung, 52 Scheffel Korn im Jahr und werden von der Einquartierung durch Soldaten befreit.

1671

Zur Vermeidung von Abfällen wurden die Bauern, die auf dem Markt vor der Marienkirche ihre Produkte verkauften, verpflichtet, auf dem Rückweg aus der Stadt eine Fuhre Abfall mitzunehmen.

1660

Am 14. August 1660 tritt die erste „Brunnen- und Gassenordnung beyder Residentz- und Hauptstädte Berlin und Cölln an der Spree" in Kraft. In dieser Ordnung wurde festgelegt, dass die Hausbesitzer für eine Müllbeseitigung vor ihrem Hause zuständig sind. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm setzt vereidigte „Gassenmeister“ ein, zu deren Aufgaben es gehört, die vorgeschriebene Straßenreinigung und die Beseitigung der Nachtstühle zu beaufsichtigen. Die Hausbesitzer konnten den Gassenmeister zur Abfallbeseitigung in Anspruch nehmen, waren dazu aber nicht verpflichtet. Das nicht angenehme Amt des Gassenmeisters wurde geschützt indem seine Verspottung unter Strafe gestellt war. Auch das Hoheitsrecht über den Müll auf der Straße wird eingeführt: „Was die Gasse berühret, gehört dem Gassenmeister.“ Diese Regel besteht sinngemäß bis heute.

1657

Berlin wird Garnisonsstadt, dadurch erfolgte die Übernahme großer Teile der Verwaltungsverantwortung für Berlin vom Magistrat durch das Militär; somit  war die Straßenreinigung nicht mehr Stadt- sondern Staatsangelegenheit

1624

In Berlin werden Dirnen ("Nachtemmas") zur Straßenreinigung eingesetzt, "weil diese die Straßen mehr benutzen als andere ehrsame Bürger".

16. Jahrhundert

1587

Erlass des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg zur Regelung der Straßenreinigung in Berlin-Cölln in den Pflichten des Scharfrichters: „... die Straßen der Stadt mit Hilfe seiner Leute reinzuhalten, den Bürgern das krepierte Vieh fortzuholen und die Leichen der Selbstmörder zu verscharren...“

1583

Für die Sauberkeit der Straßen war im 15. Jahrhundert der Polizeiherr vom Amt der Stadt zuständig.
Kurfürst Johann Georg von Brandenburg verfügt, dass die Anwohner der Spree ihre Höfe zu reinigen haben, damit der Unrat nicht in den Fluss gespült wird.